Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1479084
CAP, II. 
GREGORIO VEOELLI. 
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von Pieve, von 1523 bis 1527 Rathsmitglied, 1525 Inspektor der 
Bergwerke, 1526 Obmann bei den Ausbesserungen des Schlosses. 
Er starb nach 1527, und seine Landsleute haben in treuem Ge- 
däehtniss behalten, wie brav er sich in dem Feldzuge, welcher 
auf den Einfall Maximilians im Friaul im Jahre 1518 folgte, be- 
währt hatte." Ein entfernter Verwandter, Vincenzo Vecelli, nennt 
ihn einen „durch die Wahl des Volkes zu bürgerlichen Ehren 
berufenen Tribunen ".8 Doch scheint er selbst seinen militärischen 
Rang höher angeschlagen zu haben als die Biirgerehren, wenig- 
stens hatte er sich von seinem Sohne auf einem uns nicht mehr 
erhaltenen Porträt im Soldatenkleid mit der Rüstung malen lassenP 
Auch Gregorids Stellung mag mehr ehrenvoll als eintraglich 
gewesen sein. Schwert und Waifenrock war alles, was er zu ver- 
erben hatte; und unter diesen Umständen war es vielleicht gut 
gethan, seine Kinder lieber zur "Kunst" als zu einem Handwerk 
anzuleiten. Ueberdies war Cadore, was nicht ausser Acht zu 
lassen ist, wenn auch immerhin achtbar durch Thatkraft und 
Wohlstand seiner Bauernbevölkerung, doch nur ein durftiges und 
dünnbevölkertes Hügelland. Mancher Zug in Tiziau's Leben lässt 
vermuthen, dass der Charakter der Cadorinei- wie der der Schwei- 
zer, der Schotten oder Gascogner jener Zeit unter dem Druck 
der wirthschaftlichen Zustände gelitten hatte") Bei der Ungunst 
seiner Lage reichten die Landeskultur-Erzeugnisse Oadore's kaum 
zum vierteljährlichen Unterhalt der Bevölkerung aus." Und da- 
bei waren die Zeitläufte im fünfzehnten Jahrhundert so unsicher, 
der Verkehr so gefahrvoll, dass die stetige Zubusse nur durch 
 
7 Taddco Jaeobfs Handschrift.  
9 Orazione panegirica recitata, da Vincenzo Vecelli sopra 1a spoglia, di Fran- 
cesco Veeelli, bei Tieozzi: Vite de' pittori Vecelli, Mailand 1317, S_ 3-21_  Vin- 
cenzo Vecelli war ein Verwandter, den Tizian unterm 15. September 1540 zum 
Anwalt in Cadore bestellte. Vgl. Taddeo Jaeobfs Handschrift. 
9 ebenda. 
10 „Hat dieser Bergmensch nicht etwas von der Findigkeit des Schotten und 
der Durehtriebenheit des Schweizers an sich gehabt?" fragt Josiah Gilbert (s. Ca- 
dorc or Titialfs Country, London 1869, S.  
11 Ciani a. a. O. II. S. 112.
        

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