Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1479051
ZWEITES 
CAPITEL. 
Tizian's 
Heimath 
und 
Herkunft. 
Von der Höhe des Markusthurmes kann man bei klarer Luft 
die venezianischen Alpen gespenstisch, halb in Nebel gehüllt, 
über den Gewässern der Lagunen leuchten sehen. Hoch jiber 
die zackige Kette ragt der Antelao empor, der, fast achtzehn 
Meilen entfernt, die Thalschluchten von Oadore beherrscht. 
Tizian's Heimath Cadore ist ein Gebirgsländchen, von der 
wilden Piave durchflossen, die, in den Kärnthner Alpen entsprin- 
gend, beiPorto di Cortellazzo ins adriatische Meer fällt. Erst 
in neuester Zeit durch Eisenbahn den Reisenden zum Theil er- 
schlossen, ist der Weg, welcher von Venedig über Mestre und von 
dort durch Conegliano und Longaronc mit seinen steinigten Fels- 
klausen nach Pieve führt, eine der Hauptadern des Verkehrs 
zwischen der Piave und Drave. Bei Pieve di Cador wendet er 
sich durchs Ampezzancr-Thal östlich am Fusse des Antelao ent- 
lang, westlich am Pelrno hin, klimmt hinter Bottestagno über die 
Höhen und trifft auf die Quellen der Drave, die nach Klagenfurt 
iiiesst. Cadore ist'ein tief in die Alpen gezwängter Grenzdistrikt, 
unmittelbarer Nachbar Tirols; da es jedoch südlich von dem 
Kamme der karnischen Alpen liegt und durch seine Flüsse auf 
das adriatische Meer hingewiesen ist, hatte es stets italienische 
Neigungen. Bereits im elften Jahrhundert finden wir die Land- 
schaft in der Botmässigkeit der Patriarchen von Aquileja, die 
durch einen Lehnsgrafen regierten; aber die Cadoriner rühmten 
sich einer Stadtverfassung, die sie fast zu Herren ihrer selbst
        

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