Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482473
354 
TIZ!AN'S STELLUNG 
EM 
1535. 
CAP. 
Ä 
nicht wahrscheinlich, da Allegri gerade in diesem Jahre Parma ver- 
liess, um sich dauernd in seinem Geburtsort niederzulassen. Tizian 
hatte jedoch reichlich Gelegenheit, die Fresken in Parma zu sehen, 
sowohl als er i. J. 1531 vom Herzog von Mantua nach Bologna 
gesandt ward, als auch bei Gelegenheit seiner späteren Besuche 
daselbst in den Jahren 1532 und 1543, und deshalb kann man 
die Behauptung seiner Unbekanntschaft mit dem congenialsten 
Zeitgenossen schlechterdings nicht aufrecht erhalten." 
Angenommen aber auch, der Zufall hätte eine persönliche 
Berührung der beiden Männer vereitelt, so musste den Venezianern 
Correggids Ruhm durch Lorenzo Lotto verkündet worden sein. 
Er hatte, nachdem er bei Palma Vecchio studiert, Venedig sehr 
früh verlassen und unter dem Einiiusse der lombardischen Man- 
tegnesken, an deren Spitze Bramantino stand, in Rom seinen 
Stil gemodelt. In der Romagna ward seine Manier wieder durch 
Francia's Beispiel in gewissem Grade verändert, später traf er 
aber mit Gorreggio zusammen und nahm alle Gewohnheiten an, 
die wir an diesem bemerken. Im Jahre 1527 kehrte Lotto nach 
Venedig zurück und malte daselbst ein Porträt, welches Jahr- 
hunderte lang dem Correggio zugeschrieben war: das des Andrea 
Odoni, eines reichen und enthusiastischen Bewundrers der zeit- 
genössischen Kunst in Nord-Italienfi" Weder Odoni noch Lotto 
blieben dem Triumvirat unbekannt. "o Wir werden sehen, dass 
dieser in freundschaftlichem Verhältnisse zu Tizian und Aretin 
stand, und es ist unmöglich, zu glauben, dass falls Tizian wirk- 
lich bis dahin nichts von Oorreggio gewusst hätte, Lotto nicht 
 
69 Ticozzi, Vecelli S. 104, und Sebastian Reste verlegen den Besuch Tiziarfs 
in Correggio und Parma auf das Jahr 1530, s. Restafs bezüglichen Brief an Giuseppe 
und Leone Gbezzi (Ende des XVIl. Jahrhunderts) bei Bottari, Raw- di Lett. III. 
S. 497. 
69 Wie das Porträt des Andrea Odoni (vermeintlich Baccio Bandinelli) in 
Hampton Court, so wird auch das des Aldovrandi im Wiener Belvedere dem Cor- 
reggio zugeschrieben, doch sind beide von L. Lotto; vergl. auch der Verif. Geseh. 
der ital. Malerei, deutsche Ausgabe VI. S. 582 und 591. 
7" In einem Briefe vom 30. August 1538 an Odoni beschreibt Aretin die Kunst- 
sehätze in dessen Palast in Venedig, von denen ein Theil 15 Jahre vorher von 
ärmgcesizo Zio geerbt war; s. Lettere di M. P. Aretino und Cicogna, Iscriz. Ven. 
  35.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.