Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482368
C Ar 
XL PIETRO BEMBO. 343 
zu bewegen suchte, anscheinend vernachlässigt. Nach dem Tode 
Leo's des X. i. J. 1522 zog er sich nach Padua zurück, wo er 
von seiner Sinecure und einem Gehalte der venezianischen Republik 
lebte. Dass ein Mann, der die Kunst liebte und die beste Galerie 
von Gemälden und Antiken besass, die im XVI. Jahrhundert 
existiert hat, Tizian so lange entfremdet bleiben konnte, ist auf- 
fällig. Entweder vermochte Bemb0's stolze Natur dem Maler nicht 
zu verzeihen, was er von dessen Seite für Unhöflichkeit oder 
Missachtung genommen, oder seine ausgesprochene Vorliebe für 
die Werke Rafaefs und Michelangelds, mit denen Beiden er 
persönlich bekannt gewesen, verhinderte ihn, die Freundschaft 
mit Tizian zu pflegen. Zu Anfang des Jahres 1537 hatte Bembo 
Verdruss mit "Leone Leoni, dem Bildhauer von Arezzo, den er 
in Rom mit der Ausführung des Stempels für eine41Medaille 
beschäftigt hatte, und dieser beklagte sich bei Aretin, seinem 
Verwandten, dass Bembo ihn gegen Benvenuto Oellini zurücksetze. 
Aretin's Antwort enthält eine Abfertigung Leoni's und ist gleich- 
zeitig ein Beweis dafür, dass zwischen dem „Triumvirat" und 
Bembo freundschaftliche Beziehungen bestanden. „Der Geschmack 
des Humanisten"  heisst es in Aretin's Antwort  „sei viel zu 
gebildet, als dass man von ihm glauben könne, er werde ver- 
fehlen, ein Kunstwerk, das Tizian und Sansovino aufrichtig be- 
wunderten, nach seinem wahren Werthe zu würdigen. " 35 Um diese 
Zeit mag auch Bembo dem Tizian gesessen haben; denn i. J. 
1540 bekennt sich jener in einem Briefe an Girolamo Quirini zum 
Empfange „seines zweiten Porträts von Tizianßßü Wir bezweifeln, 
dass das erste Portrat erhalten geblieben ist; wenn jedoch das 
Bildniss im Besitz der Familie Nardi in Venedig in Wahrheit 
Bembo vorstellt, so muss es eine in der hier in Rede stehenden 
Zeit entstandene Wiederholung seinF" Dies wird durch einen ausser- 
liehen Umstand mit bestimmt. Im J. 1536 schrieb Benedetto Varchi 
Venedig, 
Privat- 
besltz. 
 
 
35 Aretin an Leone Leoni, 25. hiai 1537, in den Lettere di M. P. Aretino I. 
8.103, 104.  
96 Bembo an Qnirini, 30. Mai 1540, in Bembds Opere VI. S. 316. 
37 Nach Vasari XIII. 37 hätte Tizian B_embo's Porträt vor 1513 gemalt; wenn 
dies der Fall gewesen, so ist das Bild, was er im Sinne hatte, verloren gegangen.
        

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