Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482323
CAT. 
FRANCESOO MABILÄ_U_ND ELEONORE VON URBINO. 
339 
Republik am 31. Januar 1537 die Ligue gegen die Türken unter- Florgnz. 
zeichneten, und Tizian porträtierte ihn damals, da er als ernannter Ummm 
Generalissimus dieses Heerzugs den Befehl zum Beginn seines 
Kommandos erwartete. Er steht da in Helm und Federbusch, 
die Insignien seines Ranges im Hintergründe einer mit rothem 
damascirten Sammt ausgeschlagenen halbrunden Nische. Die Stahl- 
rüstung, welche seine muskulöse Gestalt umschliesst, prangt in 
ihrer kalten glänzenden Politur, Während der Kopf nach rechts ge- 
wendet und gegen eine braune Zimmerwand ins Licht abgehoben 
ist. Erhöht wird sein martialisches Ansehen durch die Festigkeit 
der Haltung, den Stab mit seinem Wappen, den er in der rechten 
Hand hält und auf der Hüfte ruhen lasst, sowie durch die Stäbe 
mit der Tiara, den Schlüsseln und dem Motto „Se Sibi", die 
hinter ihm angebracht sind. Die Behandlung ist ungeschminkt 
naturtreu, die Flächen des knochigen Gesichtes in trüben oliven- 
farbenen Tönen, Welche die gallig unterlaufene Haut zeigen, mit 
ebenso grosser Feinheit ausgeführt wie die Reflexe im Stahl- 
harnisch, die markigen Pinselstrich mit sorgfältiger Glättung ver- 
binden; Fleisch und Stoffe, Metall und Federn sind mit indivi- 
dualisiertem Vortrag in gemässigter Atmosphäre gehalten? 
Eleonora Gonzaga, die Schwester des Herzogs von Mantua, 
hatte ihren Gatten Francesco Maria nach Venedig begleitet, um 
sich mit ihm im Glanze seiner neuen Würde zu sonnen? Sie war 
eine Frau von "vollkommenen Formen und schlanker Figur, fein 
geschnittenen Zügen und glänzenden, von langen dunklen Wim- 
pern beschatteten Augen. Ihren Schönheitstypus dürfen wir uns 
ähnlich demjenigen vorstellen, welcher Cinq-Mars bezauberte als 
er um Maria Gonzaga (im Louvre) warb, und Tizian hat ihn un- 
 
27 Florenz, Uftizien N0. 605, Leinwand, lebensgrosse Halbtigur, bezeichnet 
„Tmnnvs n." Das Bild kam beim Erlöschen des Mannsstammes der Rovere von 
Urbino nach Florenz und wurde von dem Direktor Pucpini in der Guardaroba des 
grossherzoglichen Palastes aufgefunden; laut Bericht Puecinfs an Cicogna mitge- 
theilt in des letzteren handschriftl. Benxerkungen zu einer Ausgabe von Morellfs 
Anonymus. Eine restaurierte Stelle findet sich an der oberen Ecke links; vergl. 
Lomazzo, Idea del Tempio S. 116, 117. 
W Die Herzogin kam im September 1536 nachVenedig und kehrte im Juli 
des folgenden Jahres über Mantua nach Urbino zurück; s. den Brief Bembds an 
Pietro Pamtili in Bembds Opere vol. VII. S. 313 und 316. 
22'"
        

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