Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482227
CAP. 
VERßÄLTNlSS 
CADORINERN. 
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Schloss kommandierte" und darauf ausging, ein Vermögen zu er- 
werben, wenn er in Venedig den nöthigen Rückhalt hatte, es wohl 
wagen durfte, den Handel mit gewissen Produkten zu mon0poli- 
sieren, und sich somit auf Kosten des Volkes, das zu regieren er 
entsandt war, zu bereichern. Entweder baute aber Zeno zu fest 
auf sein Ansehen oder er unterschätzte die Gewalt seiner Feinde; 
genug: Tizian's Vermittlung und die Geschicklichkeit der Cado- 
riner Gesandten bereiteten ihm eine Niederlage. Der Doge sandte 
ihm kraft Senatsbeschlusses den Befehl, sich künftighin des Kauf- 
schlags zu enthalten.  
Während die Autmerksamkeit der Cadoriner durch diese un- 
bedeutenden Vorfälle beschäftigt ward, bereiteten sich in Italien 
wichtige Ereignisse vor. Am  September starb Papst Clemens 
der VII. und machte Paul dem III. aus dem Hause Farnese Platz, 
und am 31. Oktober desselben Jahres raffte ein ganz plötzlicher 
Tod den Herzog Alfonso von Este hinweg. Durch diese beiden 
Todesfälle verlor Tizian auf der einen Seite einen Gönner, dem 
er einen grossen Theil des Erfolges seiner früheren Arbeiten zu 
verdanken hatte, andrerseits gewann er mächtige Freunde in den 
kurialen Kreisen Roms. Seine Beziehungen zur Familie Farnese 
begannen jedoch nicht sogleich nach Paul's Thronbesteigung, es 
verging vielmehr geraume Zeit, ehe die Prinzen dieses klugen, 
aber raubgierigen Geschlechtes die Dienste des Meisters schätzen 
lernten und sich herabliessen, sie in Anspruch zu nehmen. 
Inzwischen waren andere Freunde nicht mtissig, die Interessen 
des Malers zu fördern. Im Februar 1534 führte ihn Federigo 
Gonzaga durch einen Empfehlungsbrief bei seinem Bruder Ferrante 
ein und bestellte für diesen einen „Raub der Proserpina" sammt 
einem als Gegenstück dazu passenden Bilde, die zum Geschenk 
für einen spanischen Granden bestimmt warenf Pier Paolo Ver- 
gerio, der während der Zeit, w0' er als Rechtspraktikant in Vene- 
dig gelebt, die Bekanntschaft des Malers gemacht hatte, war nun- 
mehr päpstlicher Nuntius in Wien und schrieb im Mai von Prag 
4 Brief Federigo Gonzaga's an Tizian, Mantua 7. Februar 1534 bei Gaye, 
Carteggio II. S. 252, und Brief Benedetto Agnellds an Calandra vom 14. Februar 
1534 im Anhang N0. XLVII.
        

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