Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482194
532i 
STELLSJNG 
TlZlAN'S 
UM 
1535. 
C A1. 
Composition der „ Schlacht bei Oadore" brauchte, und hielt den 
Sommersturm fest, den er mit so bewundernswürdigem Geschick 
London, auf dem Bilde im Buckingham-Palast wiedergegeben hat. Er 
hgrflliiTilbefand sich vielleicht gegen Ende August am Rande des wirk- 
lichen Alpenlandes, als dieser Windstoss über seinen Weg fuhr. 
Ueber dem Vordergrunde zeigt der klare Himmel sein tiefstes 
Blau, er verliert die Intensität des Tones und wird heller in 
dem Maasse, in welchem er nach der Alpenferne zurückweicht, 
deren Aussicht durch einen Weiler und Kirchthurm geschlossen 
ist. -Eine graue Sturmwolke mit düsterem Rande und wirbelnden 
Ausläufern, die mit Licht angehaucht sind, geht dem Regenschauer 
voran, der im Vorübersausen eine Sintfluth über Feld und Wald 
ergiesst. Licht und Schatten jagen einander über das bergige Ter- 
rain, verleihen den Anhöhen vor dem Dorfe gespenstische Helle 
und werfen die in geringer Entfernung davon sich erhebende Baum- 
gruppe in tiefe Dunkelheit. Weiter nach vorn glänzt ein Streifen 
Landes unter zitterndem Sonnenstrahl, noch näher bildet ein Beet 
von buschigem Strauchwerk einen Vordergrund, durch welchen 
zwei Schäfer ihre Heerde treiben und ein Bauer seinen Esel führt. 
Auf dem Kirchweg in der Nähe kehren zwei Mönche beladen 
von ihrem Bettelgange zurück und ein Hund sucht erschrocken 
die Hütte. Die ganze. rechte Seite des Bildes ist mit schlanken 
Baumstämmen ausgefüllt. In einigen von Tizian's ausgeführten 
Bildern ist der Vordergrund mit Pflanzen bedeckt, die so genau 
gezeichnet sind, dass wir sie mit Namen benennen können, manche 
seiner Zeichnungen, Holzschnitte und Stiche sind merkwürdig 
wegen der Manigfaltigkeit an Pinien, Buchen und seltsamen Ein- 
zelheiten an Wurzeln und Steinen. Hier hat er sich die Aufgabe 
gestellt, den Effekt eines Sturmes zu packen und die Plötzlichkeit, 
mit der er kommt und vorüberrauscht, anschaulich zu machen. 
Das Laubwerk ist im Pinselstrich conventionell, aber mit flüs- 
sigem Pigment kühn auf die Leinwand geworfen. Mit Kraft und 
Meisterschaft malt er den rasenden Flug der Wolken sowie die 
durch ihre ziehenden Schatten auf dem Boden hervor-gebrachten 
Veränderungen, und Dank dem Instinkt des vollendeten Malers 
weiss er die durch die Wolkenmassen hervorgebrachte Düsterheit
        

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