Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482079
31g 
TIZIAN 
UND 
KARL DER V. 
CAP. 
er seine Patrone in allen Lagern pries und mit der spekulativen 
Frechheit einer Buhlerin sich der Gunstbezengungen rühmte, die 
er von jedem Einzelnen empfangen. Er vergass aber auch seine 
Freunde nicht: des „gloriosen Tizian" und des "erstaunlichen 
Michelangelo"; erzählte, wie das Porträt Alfonsds von Tizian das 
Lob Buonarrotfs und die Habgier des Kaisers erregt, der es aus 
Ferrara entführt hatte, um damit seinen Palast zu schmücken? 
Tizian sass mitten in diesem Treiben und raffte behaglich 
auf, was ihm der Wirbelwind zuwehte. Gleich bekannt mit den 
Geschäftsträgern der verschiedenen Parteien empfing er ohne Ge- 
wissensbisse die Aufträge, die ihm diese gaben, und frisch vom 
Hofe zu Bologna und der Darstellung des Kaisers oder C0v0s' 
kommend, begab er sich an seine Staifelei, um das Porträt Franz 
des I. zu malen. Auf der Leinwand des Meisters bestand zwischen 
den beiden grossen Gegnern nur der Unterschied, dass Karl dem 
Maler wirklich gesessen, Franz aber nicht; und wie Aretin be- 
hauptete, er bete den König an ohne ihn persönlich zu kennen, 
so schuf Tizian sein Porträt ohne je etwas anderes als eine Me- 
daille von ihm gesehen zu haben. Drei Mal scheint er die bizarren 
Züge des Franzosen wiedergegeben zu haben: ein Mal für die 
Sammlung in seinem eigenen Hause, ein Mal für Franz den I. 
selber und nochmals für den Herzog von Urbino. Die Erhaltung 
zweier dieser Bildnisse gestattet uns, die Phantasiekraft zu er- 
messen, mit welcher er es zu Wege brachte, ein weltbekanntes 
Gesicht nicht blos in Abwesenheit, sondern  wie wir wenigstens 
nicht anders wissen  sogar ohne Kenntniss des Originals zu 
 conterfeien.  
Padua, Wir haben hier zunächst wieder eines im Besitze des Grafen 
Sebastian Giustiniani in Padua befindlichen Erbstüekes zu geden- 
ken. Franz der I. ist in blossem Kopfe im Profil dargestellt, die 
Färbung in klarem, aber süsslichen Tone gehalten. Der Anzug 
 brauner geschützter Atlasüberroek mit bräunlich gefärbtem Pelz- 
aufschlag, eine an goldener Schnur herabhangende Medaille nur an- 
gedeutet. Kopf und Nacken sind als fertige Studie zu bezeichnen, 
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