Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482025
IPPOLITO 
DE' MEDICI 
 309 
In Bologna hatte er als Kardinal-Diakon an den Krönungsfeier- 
lichkeiten theilgenommen, und als Karl der V. i. J. 1532 eine 
Armee sammelte, um den Türken unter Sultan Soliman die Spitze 
zu bieten, ernannte Papst Olemens den Ippolito de' Medici zu 
seinem Legaten, gab ihm ein Kommando über 300 Musketiere 
und schickte ihn nach Wien, wo der jugendliche Prälat Gelegen- 
heit fand, seinen kriegerischen Neigungen zu fröhnen. Der vene- 
zianische Gesandte Suriano gab ihm das Zeugniss, dass er zu den 
gebildeteren Kardinälen gehörte. Er war mit Widerwillen in den 
Pfaifenstand getreten und hatte dadurch den Zorn des Papstes 
herausgefordert, der von ihm gesagt haben soll: „Zum Teufel! er 
_ist nicht bei Sinnen  er will nicht geistlich seinlm Als jedoch 
die Türken vor den Kriegsvorbereitungen der christlichen Fürsten 
Halt machten, ihren Vormarsch auf Wien aufgaben und der Kaiser 
die Armee verliess, um in Italien zu unterhandeln und die Truppen 
zur Verfolgung der Türken nach Ungarn gesandt wurden, zeigte 
Ippolito doch mehr Neigung, nach seinem Vaterlande zurückzu- 
kehren als jenen auf dem Kriegspfad zu folgen. Das italienische 
Contingent meuterte, Ippolito ritt, wie es heisst, an der Spitze 
seiner Musketiere durch die östreichischen Provinzen, ohne den 
Plünderungen, die seine Leute verübten, Einhalt zu gebieten, so- 
dass er bei Karl dem V. in Ungnade fiel, der ihn gefangen 
nehmen und in Gewahrsam bringen liess. Allein die besondere 
Gunst, deren sich Ippolito beim Papste erfreute, mit welchem Karl 
eben zu unterhandeln im Begriffe stand, bestimmte den Kaiser 
zu glimpflicheren Entsehlüssen. Er setzte den Legaten wieder 
in Freiheit und dieser erschien in Pracht und Würden bei der 
Conferenz zu Bologna. Der beschwerliche Kriegsdienst in Ungarn 
war nicht nach Ippolitds Geschmack, wohl aber gefiel ihm die 
Uniform eines ungarischen Kapitäns, und so sass denn der geist- 
liche Recke in Bologna in der rothen Mütze mit den bunten Federn 
des Magyaren dem Tizian zum Porträt. Der krumme Säbel hängt 
an einer orientalischen Schärpe herab, die sich um den roth- 
Florenz, 
Galerie 
Pitti. 
Albäri, Relazioni 
35 s. Suriands Bericht in 
T. III. S. 281 ü". 
degli 
Ser. 
Ambasciatbri Veneti
        

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