Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1482019
iü 
 TIZIAN UND KARL DER V. 
CAP 
Persönlichkeit, die viel jünger ist, als Davalos zur Zeit der Ent- 
stehung desselben gewesen ist, kein Bildniss von ihm allein 
Madrid, existiert, während seine Gestalt auf mehreren grösseren Gemälden, 
Museum" z. B. auf der „Allocution" in Madrid, angebracht ist. 
Bewunderer Tizian's und namentlich solche, denen daran lag, 
.die Reize ihrer Freundinnen oder Frauen zu verewigen, bestellten 
Wiederholungen jener Allegorien mit entsprechender Veränderung. 
Diese sind aber bei weitem nicht mit der Zartheit und Vollendung 
Wien, des Originals behandelt. Zwei solche Exemplare in Wien z. B93] 
Bewahre" die offenbar von Tizian's eigener Hand herrühren, liefern den 
Beweis, dass er je nach seiner Werthschätzung der Besteller ver- 
schieden arbeitete, hier sorgfältiger, dort nachlässiger. Selbst der 
Herzog von Mantua sollte damals empfinden, welcher Unterschied 
zwischen den "hochfeinen" und den "minder guten" Produkten 
 bestand, die aus Tizian's Atelier hervorgingenß" 
Wie Davalos, so nahm auch Ippolito de' Medici einen hohen 
Rang am Hofe Karl's des V. ein. Bei der ersten italienischen 
Reise des Kaisers war er dem Monarchen mit seinem Verwandten 
Madrid. 
Museum. 
und Nebenbuhler Alessandro 
de' Medici 
entgegengeschickt worden. 
 
33' Die Wiederholungen der Allegorie mit Davalos in der Galerie des Bel- 
vedere in Wien sind: N0. 6 im I. Zimmer des 1. Stockes, Ital. Schule: die Dame, 
ebenfalls links sitzend, nimmt während sie in den vom Ritter dargehaltenen Spiegel 
schaut, Pfeil und Bogen des kleinen Amor hin; die huldigende Frauengestalt des 
Originals ist in ein nach vorn gewandtes Mädchen verändert, welches zur Mandoline 
singt, die Figur des Hymen fehlt, Hintergrund dunkle Mauer (Halbtiguren, Lein- 
wand, h. 0, 95 M., br. 1,26 M.; an den Seiten sind zwei Streifen angesetzt). Auf 
den ersten Blick erscheint das Bild wie eine Malerei Sehiavones, doch rührt dieser 
Eindruck zumeist von den Uebermalungen her, die es erfahren hat, da einzelne 
Stellen an der Brust des Ritters, an Ohr und Haar der Dame und an dem Amor 
noch Tizian's Hand zeigen.  Das zweite, N0. 59 im II. Zimmer des 1. Stoekes, 
Ital. Schule, jetzt von gleicher Grösse wie jenes, entspricht in der Anordnung dem 
Bilde im Louvre mehr, destoweniger aber im Sinne der Handlung: die Dame, das 
huldigende Mädchen und der Amor sind sehr wenig von denen des Originals ver- 
schieden, nur dass erstere statt der Krystallkugel eine grosse Vase hält: der Ritter 
aber, welcher nieht vor ihr, sondern hinter ihr, zu äusserst links im Bilde steht, 
hält in der herabhängenden Rechten die Handschuhe, in der weit vorgestreekten 
und erhobenen Linken eine Trinksehale. Der rechts sichtbare Himmel ist ganz 
übermalt, wie auch viele andere Stellen; im Uebrigen erregt es dieselben Bemer- 
kungen wie das vorige, 
i" s. das Schreiben Federigo Gonzagas an Tizian vom 3. August 1536 bei 
Gaye, Carteggio II. S, 253,
        

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