Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481913
298 TIZIAN um: KARL DER v. 0m. x. 
sollten. 
Unter 
diesen 
Umständen 
W31 
für 
Alfonso 
VOIl 
der 
äussersten Wichtigkeit, sich nicht blos der Gunst des Kaisers zu 
Versichern, sondern auch dessen allmächtigen Sekretär Covos, der 
den ganzen Schriftwechsel in dieser Angelegenheit in Händen 
hatte, zu gewinnen. Der Kaiser und Covos ihrerseits waren nicht 
abgeneigt, den Ausfall der Entscheidung über Modena und Reggio 
von Alfonsds Benehmen abhängig zu machen. Wahrscheinlich 
nun war in Mantua und ganz gewiss in Bologna viel von den 
Kunstschätzen die Rede gewesen, die Alfonso in Ferrara aufge- 
speiehert hatte. Dort befanden sich u. a. ein Porträt des Kaisers 
von guter Hand, ein Bildniss Alfonsds und andere Gemälde von 
Tizian, die werth schienen, mit Gold aufgewogen zu werden. 
Ueber diese Kostbarkeiten verhandelte der Kaiser in Person mit 
Tizian, und auch Covos hatte mehrmals Zusammenkünfte mit dem 
Maler, um mit seinem Beirath eine Liste derjenigen Kunstwerke 
in Ferrara aufzustellen, die man bei den Gesehäftsträgern des 
Herzogs verlangen wollte." Tizian's gute Laune sicherte sich 
Covos dadurch, dass er das Porträt des Kaisers von ihm malen 
liess, und nun entwarf er einen Plan zur friedlichen Eroberung 
der Ferraresischen Bilder und führte ihn in folgender Weise aus. 
Geschäftsträger der Este in Bologna waren Jacopo Alvarotti 
und Matteo Oasella. Beide hatten vom Herzog die Weisung er- 
halten, Oovos, Gunst zu gewinnen. Am 9. Januar 1533 begab 
sich Gasella zu dem Castilianischen Kanzler, um die Antwort auf 
eine Denkschrift des Herzogs zu erbitten. Er hatte kaum begon- 
nen, über Dinge von allgemeinem Interesse zu sprechen, so unter- 
brach ihn Covos und lenkte die Unterhaltung geflissentlich auf 
die im Besitze des Herzogs von Ferrara befindlichen Gemälde, 
besonders auf zwei Porträts, das des Kaisers und das des Herzogs, 
von denen Tizian oft gesprochen habe. Nachdem er dergestalt 
das angenehme Thema aufs Tapet gebracht, ging er geradewegs 
auf das Ziel los und drückte den Wunsch aus, diese beiden Bilder 
sowie ein Bildniss des Erbprinzen Ercole von Ferrara zum Ge- 
 
L 
Ferrare- 
den 
und 
12 Hierüber und. über die Verhandlungen zwischen Covos 
sischen Geschüftsträgern s. Campori, Tiziano e gli Estensi.
        

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