Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481885
CAP. X. KARL DER V. IN ITALIEN 1532. 295 
zusammenzutreifenf Am 3. November ritt er nach Conegliano, 
wo ihn die Herzöge von Ferrara und Mantua empfingen. Am 
folgenden Tage begrüsste ihn Francesco Maria in der Nähe von 
Vicenza im Namen der venezianischen Republik. In Mantua, wo 
er am 6. November einzog, erwartete ihn Francesco Sforza, um 
ihm seine Ehrfurcht zu bezeugen? Es war jetzt gar nicht mehr 
die Frage, ob das Bündniss des Kaisers der Freundschaft Frank- 
reichs vorzuziehen sei. KarPs Einfluss war vorherrschend und alle 
Fürsten, Welche sich in die Nähe des Kaisers drängten, beugten 
sich demüthig vor ihm, dessen Wort Staaten und Fürstenthtimer 
vertheilte. War die Zahl der dem Kaiser folgenden Räthe nicht 
so gross wie i. J. 1530, so hatte er jetzt desto mehr Generäle 
um sich, und sein vertrauter Sekretär Covos, Kanzler von Casti- 
lien, war mit Führung der italienischen Angelegenheiten betraut. 
In Italien angekommen wurde Karl alsbald Gegenstand ab- 
göttischer Verehrung und seinem Kabinet Wurden alle erdenk- 
lichen Huldigungen dargebracht. Oovos hatte den grössten Vor- 
theil davon; man überhäufte ihn mit Artigkeiten und versuchte 
ihn mit Bestechungen, die gerade hier im Lande der Kunst für 
einen erklärten Kunstfreund, wie er war, die wirksamste Form 
annahmen. Auch von auswärts ergingen an Geschäftsträger und 
Gesandte geheime Anweisungen, sich seiner Gunst auf alle Weise 
zu versichern. Ferrante Gonzaga, der Bruder des Herzogs von 
Mantua, versuchte sich durch das Versprechen eines Gemäldes von 
Sebastian del Piombo ihm angenehm zu "machens, Alfonso von 
Ferrara gab seinem Gesandten gemessenen Befehl, ihn um jeden 
Preis zu gewinnen, und zur Erreichung dieses Zweckes galt Tizian's 
Kunst gerade für gut genugf Der Herzog von Mantua, obgleich 
er so hoch begünstigt war, dass er Weder Etwas zu erwarten 
noch zu wünschen hatte, überhäufte den Kaiser und sein Gefolge 
mit Liebenswürdigkeiten und schmeichelte besonders ihrer Kunst- 
liebe. Ihm kam es darauf an, dass kein Missgriff von seiner 
Seite anderen Mitgliedern der Familie die Aussichten verdürbe. 
 
1 Lanz, Correspondenz KarTs des V. II. S. 18.  2 Ebenda II. 8.22. 
3 vgl. das Leben Pordenonds in der Verff. Gesch. der ital. Malerei, deutsche 
Ausgabe von Jordan, V. S. 400 ff.  4 Campari, Tiziano e gli Estensi S. 22.
        

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