Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481806
CAP. 
1x 012 "MAGDALENA". 287 
auf welches Tizian ganz aussergewöhnliche Mühe verwandte, kön- 
nen wir in verschiedenen Briefen, die zwischen dem Markgrafen 
und dessen Geschaftstrager Agnello im März und April gewechselt 
Wurden, verfolgen. Am 14. April meldeten Tizian und der Man- 
_tuanische Gesandte die Absendung des Gemäldes, dessen Ein- 
treffen Federigo aufs Huldvollste anerkannte. 65 
Die "Magdalena" gefiel den Gonzaga's so gut, dass sie eine 
Copie davon machen liessen. Als Daniel Nys die Mantuanische 
Sammlung nach Venedig brachte, befand sich darunter eine Mag- 
dalena von Tizianw, und es ist allerdings möglich, dass Karl 
der I. nur eine spätere Nachbildung des an Davalos gesandten 
Originals erhielt. Gewiss lernte der General damals Tizian kennen; 
im November des Jahres 153i bat er Aretin, jenen zu veran- 
lassen, nach dem Hauptquartier in Correggio zu kommen, mit 
dem Bemerken, die Schritte des Malers würden nicht vergeblich 
gethan sein. 67 Ob Tizian schon früher eine Magdalena gemalt 
habe, lässt sich schwer bestimmen. Jedenfalls war es ein ihm 
sehr zusagender Vorwurf, da er sich gerühmt haben soll, mit 
diesem Gegenstande über 2000 Scudi verdient zu haben." Es 
lässt sich nicht sagen, Wann er das erste Exemplar componierte, 
noch was aus del Vast0's Copie geworden ist. Wahrscheinlich 
wurde die erste vorhandene Darstellung der Magdalena für den 
Herzog Francesco Maria von Urbino ausgeführt. Sie befindet sich 
jetzt im Palast Pitti und entfaltet so ungewöhnliche Schönheit, 
dass sie das höchste Lob rechtfertigt. Dennoch trägt das Bild 
unverkennbare Spuren der Eile, in der es gemalt worden, und 
65 s. diese Briefe theils im Anhang unter N0. XXV.-XXXI. und bei Gaye, 
Carteggio 1. S. 223, sowie bei Pungilconi im Giornaie Arcadico für 1831. 
ß" vgl. Bathods Katalog und Sainsburyk Papiere über Rubens S. 366. Es 
muss jedoch bemerkt werden, dass in dem Mantuanischen Inventar von 1627 nur 
eine Oopie von Tizian's Magdalena erwähnt ist (s. d'Arco, delle arti di Mantova 
S. 156), während der Katalog der Sammlung KarPs des I. die "Magdalena" als 
Tizian's Original bezeichnet. 
67 s. Letter-e seritte a P. Aretino S. 176. 
G! vgl. den Brief des Francesco di Pietro Morosini, Herzogs von Candia, aus 
Candia v. J. 1601 an F. Lollino in Venedig über den Verkauf einer "Magdalena" 
von Tizian bei Cicogna, Iseriz. Ven. V. S. 46.
        

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