Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481780
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TOD DER GATTIN TlZlAN'S 1530. 285 
werden und denkt es noch vor Ablauf dieses Monats zu vollenden. 
Inzwischen möchte er erfahren, wie Ew. Gnaden der kürzlich ge- 
sandte "Sebastian" gefallt. Er gibt selbst zu, derselbe sei im 
Vergleich zu den „Nackten" nur eine gewöhnliche Arbeit, die er 
blos zur Unterhaltung als Beweis für die Ergebenheit, die er für 
Ew. Hoheit fühlt, unternommen habe. "t i" 
Der "Sebastian" war, wie wir gesehen haben, nur eine Copie 
desselben Bildes, das Tizian zehn Jahre früher für den Legaten 
Averoldo gemalt hattefs Sehr bald folgte ihm das Bildniss der 
Cornelia, dessen Uebersendung an Covos durch.einen Brief des 
Markgrafen an Sigismondo della Torre vom '26. September 1530 
angezeigt wurdeig 
Das Haus des Meisters war durch den Tod der Hausfrau, 
die darin gewaltet hatte, zerrüttet. Drei in zartem Alter mutter- 
lose Kinder verlangten Pflege. In dieser Noth bat Tizian seine 
Schwester Orsa, sich seines Hauswesens anzunehmen, die auch 
bald aus Cadore herbeikamft" Die Unzulänglichkeiten seiner alten 
Wohnung bei San Samuele empfand er jetzt doppelt; er seufzte 
nach reinerer Luft und freierer Gegend, und es währte denn auch 
nicht lange, bis er eine Wohnung in der nördlichen Vorstadt 
miethete, wo er einen später wegen der Schönheit seiner Lage 
und der sich darin gelegentlich zusammenfindenden Gesellschaft 
berühmten Garten anlegtef" Inmitten des häuslichen Ungemachs 
vergass aber Tizian seine weltlichen Interessen keineswegs. Seit 
er Haupt einer Familie geworden war, hatte er oft über die ge- 
eigneten Wege nachgedacht, derselben genügendes Auskommen 
zu sichern. Sein Sohn Orazio sollte, so ward beschlossen, den 
Beruf seines Vaters ergreifen, Pomponio war für den geistlichen 
Stand bestimmt. Der Vater besass bereits das Versprechen eines 
Beneiiziums für ihn. Im September 1530 meldet Agnello Tizian's 
Wunsch, in den Genuss der versprochenen Sinecure zu treten: 
57 s. Anhang N0. XIX. Von dem Bilde der "nackten Frauen" ist ferner 
nicht mehr die Rede, auch gibt es sonst keine Kunde davon. 
53 vgl. oben. 
59 s. den Brief aus Mantua vom 26. September 1530 im Anhang N0. XX. 
ü" s. Ciani, Storia del popolo di Gadore II. S. 322. 
6' s. später und vgl. Cadorin: dello amore etc. S. 83.
        

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