Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481697
E 
TIZIAN 
UND ARETIN. 
Dolee eröffnet seinen Dialog über die Malerei, indem er Aretin 
und Fabrini vor dem „Petrus Martyr" im Gespräch auftreten lässtfs 
Generationen von Künstlern, von Benvenuto Cellini und Tribolo 
im sechszehnten Jahrhundert bis zu Rubens und Carracei im sieb- 
zehnten und Reynolds im achtzehnten, haben bewundernd und 
studierend davor zugebracht und es ist mehrfach überliefert, dass 
die Signorie Denjenigen mit Todesstrafe bedroht habe, der es 
wagen würde, das Bild von seinem Platze zu entfernen?" 
Es kann nicht Wunder nehmen, wenn Pordenone nach der 
Ausstellung des Gemäldes beschloss, das von einem so mäch- 
tigen Rivalen behauptete Feld zu verlassen und wenn Sebastian. 
del Piombo für uräthlich hielt, wieder nach Rom zurückzukehren, 
wo sein künstlerisches Vermögen besser gewürdigt werden konnte 
als in der Nähe Tizian's. Wir besitzen noch das Dokument vom 
27. April 1530, welches den zwischen Tizian und der Brüder- 
schaft von S. Giovanni e Paolo abgeschlossenen Vertrag enthält. 
Daraus geht hervor, dass zwischen dem Maler und dem Guardian 
des Klosters Missverständniss wegen der Zahlung entstand, gleich- 
zeitig beweist es aber auch, dass Tizian das Bild schon einige 
Zeit vor dem angegebenen Termine vollendet und Musse gefunden 
hatte, sich anderen Arbeiten zuzuwendenß" 
Inzwischen waren in Mittel-Italien Ereignisse eingetreten, 
welche auf Tizian's Laufbahn zurückwirkten. Clemens der VII. 
verliess im Oktober 1529 Rom und ging nach Bologna, wo Karl 
der V., der von Spanien über Genua kam, mit ihm zusammen- 
traf. Dort nun wurde der Friede um den Preis der italienischen 
Freiheiten zu Stande gebracht. Die Mediceer erkauften die Herr- 
schaft von Florenz, der Kaiser empfing die Krone aus der Hand 
des Papstes und Tizian's Gönner Federigo Gonzaga und Alfonso 
 
35 Dolce, Dialoge S. 1. 
3" Boschini, Carta del navegar S. 12 schreibt diesen blutrünstigen Erlass der 
Signorie von dem Umstande her, dass Daniel Nys ein Gebot von 18,000 Saudi für 
das Bild gemacht hatte. St. Disdier a. a. 0. S. 56 sagt, infolge des häufigen Ab- 
svasehens mit Sehwämmen, welches den Gopisten gestattet worden, habe die Farbe 
ihren Schmelz verloren. Dass es oft restauriert wurde, geht aus dem umständlichen 
Berichte bei Zanotto, Pinaeoteca Veneta, zur Genüge hervor. 
i" s. Anhang unter N0. XII.
        

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