Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478896
GESCHICHTLICHE EINLEITUNG. 
CAP. 
haben, wenn derartige Entdeckungen nicht ihrem_ Instinkt und 
ihren Interessen widersprochen hätten. Zweck und Geheimniss 
des venezianischen Handels lag im Waarenaustausch auf den 
Binnen-Meeren. Die geographische Lage der Stadt war dafür 
ausserordentlich günstig; und das Bild, welches die Geschichte 
uns von der Methode gibt, in welcher der Handel betrieben 
ward, ist überaus interessant. Anfänglich werden die Venezia- 
ner nicht viel mehr als Salz und selbstgedörrte Fische aus- 
geführt haben, wie die Beschaffenheit der Lagunen es ermög- 
lichte; als dann die Mittel wuchsen, betrieben sie einen Küsten- 
handel längs des Adriatischen Meeres, indem sie ihre Waaren 
einerseits in den Häfen Italiens, andrerseits in denen Dalmatiens, 
Istriens und Griechenlands verwertheten. Bald umfuhren sie Mata- 
pan und Spartivento, segelten an der Meerenge von Gibraltar und 
an den Dardanellen vorbei, und besuchten sowohl den fernen Osten 
als den fernen Westen. Aus diesen Gegenden und den da- 
zwischenliegenden Häfen brachten sie Waaren zurück als Aus- 
tausch der dorthin verladenen Fracht, und diese setzten sie ent- 
weder auf den Märkten der Lombardei oder in den Faktoreien 
der Völker des Festlandes ab, welche ihre Zahlmeister in Venedig 
hatten. Das höchste Maass von Billigkeit zeigte der Kaufmanns- 
staat darin, dass er fremden Handelsleuten die Ansiedelung er- 
laubte. An dem Kaufschlag dieser Gäste durfte kein geborener 
Venezianer Antheil nehmen. Die Waaren, die sie aus dem Fest- 
lande nach Venedig brachten, sowie diejenigen, welche sie zur 
Versendung nach dem Festlande kauften, waren in Magazinen 
aufgespeichert, diese wurden von Staatswegen eigens zu diesem 
Zwecke hergerichtet und in denselben erhob die Regierung d.ie 
Ein- und Ausfuhr-Gebühren. 
Jedes Jahr wurden sechs Flotten auf Staatskosten ausgerüstet 
und bemannt. Die Fracht der Schiffe wurde auf dem Wege der 
Versteigerung verkauft und so konnte Jedermann seine Waaren 
zum Tagespreise verschiifen. Ein Geschwader segelte in das 
schwarze Meer und brachte Waaren nach Russland und Central- 
Asien; ein zweites hielt in Constantinopel an, nachdem es die 
Häfen Griechenlands und seiner Inseln angefahren hatte; ein
        

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