Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481554
TIZIAN 
UND ARETIN. 
CAP. 
Padm, in Padua erhalten. Vielleicht ist dieses interessante Werk die 
 Original-Studie zu dem mit so viel diplomatischer Berechnung nach 
Mantua gesandten Bilde. Durch die Zeit geschwärzt, mit einer 
durch Alter und Uebermalung in schmutziges Olivengrün ver- 
wandelten Carnation, ist das Gemälde so beschädigt, dass Graf 
Giustiniani es unter Tintorettds Namen katalogisieren konnte. 
Es stellt aber zweifelsohne Aretin als jungen Mann dar, mit 
schöner Adlernase und grossen oifnen Augen, in dunklem Wams 
und gleicher Schaube mit weissem spitzenbesetzten Kragen, der 
unter dem wohlgepflegten schwarzen Barte sichtbar wird. Das 
dichte lockige Haar ist so geordnet, dass es die runde, aber etwas 
schmale Stirn sehr vortheilhaft abschliesst. Es wurde gewagt 
sein, wollte man behaupten, dass dieses Bild, wie es ist, wirklich 
von Tizian herrühre; jedenfalls ist die Ausführung sehr sorgfältig 
und die Ruine mag immerhin noch Spuren von der Hand des 
Meisters tragen. Ueberdies kann weit eher Tizian als Tintoretto 
den Aretin in jungen Jahren gemalt haben. Interessant ist auch, 
dass ein Stich, den Hollar dem Tizian zuschreibt, ganz. denselben 
Kopf mit einem malerischen Hut zeigt, wie ihn vielleicht das 
Mantuanische Bild besessenfß 
Tizian und sein neuer Kumpan zeigten sich ziemlich unge- 
duldig in ihrer Erwartung von der Dankbarkeit des Markgrafen. 
Schon am 6. August schrieb Aretin an Federigo Gonzaga und 
bat ihn, "er wolle des Versprechens eingedenk sein, das er 
Tizian auf Anlass des ihm im Namen des Malers überreichten 
Bildnisses gegeben"? Hierauf erfolgte das nachstehende lako- 
nische Schreiben:  
Federigo Gonzaga 
"Ich werde nicht 
an Pietro Aretin in Venedig: 
vergessen, Tizian Beweise meiner 
Dank- 
16 Hollafs Stich ist gegenseitige Oopie einer sehr vernutzten Kupferplattc Marc- 
anton's, welche sich im Kupferstichkabinet zu Berlin befindet. Mit welchem Grunde 
Hollar dieses Porträt dem Tizian zuschreibt, ist nicht erfindlich; es sieht wie Copie 
nach Giulio Romano aus, enthält das Epigramm, welches wir am Anfang dieses Capitels 
mitgetheilt haben und dazu die Unterschrift: "Titianus pinxit, V. Hollar fecit 1647." 
17 Aretin an den Markgrafen, Venedig, 6. August 1527 in den Lettere di 
P. Aretino I. S. 13. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.