Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478866
CAP. 
MACHTSTELLUNG 
MITTELALTER. 
reichs, ein Theil Constantinopels stand unter seinen Gesetzen, 
Candia war dem Bonifaz von Monserrat abgekauft worden, und 
alle bedeutenden Häfen längs der ganzen Balkanhaibinsel bis zu 
den Dardanellen und von dort bis Alexandria schloss und öünete 
der Löwe von St. Marco. 
Als kluge Politiker hatten die Venezianer die allmälige Aus- 
breitung der Lehnsherrschaft in den Staaten Europas beobachtet, 
die Rechte der Menge in den Vorrechten Einzelner untergehen 
sehen; und diese Wahrnehmung trieb sie zur systematischen Be- 
schränkung der Gerechtsame ihres Dogen. Der Kaufmann wurde 
dabei dem Politiker eher fordersam als hinderlich; keiner von 
Beiden litt unter den Fesseln der Verfassung. Der Patrizier hielt 
es nicht unter seiner Würde, eine Stunde im Contor zu sitzen, 
nachdem er im Staatsrathe getagt. Das System von Gewicht 
und Gegengewicht, welches zur festen Einrichtung der Oligarchie 
leitete, wurde mit meisterliehem Geschick gehandhabt und zu 
vollständigem Erfolge durchgeführt. Venedig war in der That 
die einzige Republik in Italien, welche ein hohes Alter erreichte, 
und es ist immerhin beachtenswerth, dass der Feind, dem es zu- 
letzt erlag, kein Monarch, sondern der Vertreter der grössten 
europäischen Republik der neueren Zeit war. 
In der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts verbanden 
sich die Genuesen und Griechen zur Demüthigung der Markus- 
Stadt. Der Verlust einer ausnehmend günstigen Stellung in 
Constantinopel war die Folge; und die politischen Köpfe in 
Venedig konnten sich nicht darüber täuschen, dass der Besitz 
der levantischen Hafen schon im höchsten Grade unsicher ge- 
worden sei. Hinter dem schwankenden Throne der griechischen 
Kaiser erhob sich drohend die wachsende Macht der Türken, 
und wenn auch die Glaubensbrüder derselben im Westen bald 
aus ihrer vorgeschobenen Herrschaft in Spanien vertrieben werden 
sollten, änderte das doch gar nichts am siegreichen Vordringen 
des Halbmonds im Osten  eine Voraussicht, die für Venedig 
Anlass wurde zum Landerwerb auf italischem Boden. Damals, 
im Kampfe mit Türken und Genuesen, fing die Markus-Republik 
an, ihre Macht auf das feste Land auszudehnen. 1338 war Treviso 
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