Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481275
ää 
TIZIAN 
UND 
DIE 
GONZAGA. CAP. VIII. 
in die Akademie unglücklicherweise eine jener gründlichen Re- 
staurationen erlitten hat, die so oft schon die bedeutendsten 
Werke vernichtet haben."  Neben dieser und anderen geringe- 
ren Arbeiten entstanden aber jetzt zwei Werke auf des Meisters 
Staffelei, die zu den bedeutendsten Denkmälern seiner mittleren 
Periode zählen: die Madonna von S. Niccolo de' Frari und die 
des Hauses Pesaro. Es ist dabei interessant zu beobachten, dass 
das erstere Bild, obgleich es früher vollendet worden ist als 
die Pala Pesaro, schon theilweis Zuge einer fortgeschritteneren 
Vortragsweise trägt. Als es im Jahre 1523 zuerst zur Aufstel- 
lung kam, erregte es die ödentliche Aufmerksamkeit in hohem 
Grade, sodass Marin Sanuto die damals innerhalb des Klosters 
S. Maria. de' Frari gelegene kleine Kirche S. Niccolo eigens be- 
suchte, um das Gemälde zu sehen." Unter der Regierung Clemens 
des XIV. kam das Bild nach Rom, wo der Kupferstecher Volpato 
und der Maler Hamilton den Papst bestimmten, es anzukaufen. 
Eine Zeit lang hing es darauf im Quirinal, wurde aber später in 
die Vatikanische Galerie gebracht, und hier erduldete es die bar- 
barische Misshandlung, dass die oben halbrund abgeschlossene 
Fläche viereckig gemacht wurde. "l 
In den Schriften Vasarfs und Dolce's finden wir den Wieder- 
hall der Ansichten, welche in Venedig über das Bild laut wurden. 
 
1' Venedig, Akademie N0. 319, Leinwand, lx.-1,03, br. 0,89, auf einem Stück 
Leinwand oberhalb die altc Inschrift: JACOBVS SVPERANTIO MDXXII" (erneut 
in die Ziifer „MDXIIII"). Der gunzc obere Theil des Hintergrundes sowie beide 
Hände sind neu, das Uehrige schr beschädigt; vgl. darüber Cicogna, Iscriz. Ven. II. 
S. 58 und IV. S. 630 und Zanotto, Yinacoteca dell" Acad. Ven., Venedig 1834, wo 
ein Stich des Bildes gegeben ist.  Ein zweites Bildniss, N0. 465 der Akademie, 
angeblich Porträt des Antonio Capello von Tizian (ursprünglich in den Procuratien). 
ist ebenfalls angestückt. Die Inschrift: „ANTON1VS CAPELLO MDXXIIII" 
ist neu und die Figur (Brustbild, biirtig, in rothseidener Schaube) hat durch Uebcr- 
malnngen dermaassen verloren, dass sie eher nach dem Pinsel eines anderen Malers, 
wie z. B. D. Mama's, aussieht. 
m Sanutds Diurio von 1523 nach dem Auszug in Cicognefs handschriftlichen 
Bemerkungen zum Anonymus Tizianellds. 
13 vgl. Galerie des tableaux situes au III. etagc des Loges Vaticanes, Rom 
1866, s. 39. Northeote, Lifc of Titian, London 1830, I. s. 72 erklärt auffällig 
genug: der obere und untere Theil dieses Altarsttlckes stünde fast in gar keiner 
Verbindung, sodass man sie für zwei von einander unabhängige Bilder halten 
könnte.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.