Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481264
CAP 
VIII. "GRABLEGUNG" IM 
LOUVRE. 
ÄL 
und gelegentlich satteren Accenten einen teinberechneten zarten 
Schmelz heraus, der durch goldige Reflexe aufgehöht ist. Indem 
er uns auf solche Weise einerseits an die ehemaligen Gefährten 
auf einem Felde erinnert, das er jetzt souverän beherrscht, offen- 
bart er uns zugleich die Quellen, aus denen die kommenden 
Meister venezianischer Schule schöpften. Die Anklänge an Palma 
und Giorgione rufen uns eine Zeit ins Gedächtniss, die jetzt in 
der Vergangenheit liegt, Gestalten wie die des niedergebeugten 
Nicodemus oder Joseph deuten schon auf die Kunstsphäre der 
Paul Veronese und Giovanni Bassano hinaus, und es ist wichtig, 
darauf hinzuweisen, dass schon in verhältnissmässig so frühen 
Bildern Tizian's die Grundzüge gegeben sind, die jene späteren 
grossen Venezianer weiter bildeten; ist es doch eine weit ver- 
breitete Meinung, Tizian habe in einer späteren Periode von ihnen 
dasjenige entlehnt, was sie vielmehr  wie wir deutlich erkennen 
 einfach von ihm nahmen. 
Als „Bild in dem ersten Privatgemaeh zu Whitehall" ward 
die „Grablegung" nach dem Tode KarPs des I. für 120 Pfund 
Sterling an Jabaeh verkauft. Sieher gehörte es zu den Lieblings- 
gemälden van Dyck's, auf dessen Stil es in hohem Grade ein- 
gewirkt hat. Ein geschickter Venezianer  vielleicht ein Schüler 
in Tizian's eigener Werkstatt  machte eine genaue Copie davon, 
welche sich bis vor Kurzem in der Sammlung Manfrin zu Venedig 
befand. 
Unter denen, für Welche Tizian damals eine Stunde übrig 
hatte, um ihr Bildniss zu malen, muss Jacopo di Franeesco So-  
ranzo hervorgehoben werden. Als Mann von grossem Vermögen 
in einer Zeit allgemeinen Geldmangcls konnte er im Jahre 1522 
1400 Dukaten für einen Procuratorposten zahlen. Tiziail über- 
nahm es, sein Porträt für die Proeuratien zu malen und entledigte 
sich der Aufgabe mit leichter und geschickter Hand. Der magere Venedig, 
Kopf mit dem durchdringenden Auge, dem grauen Haar und Akadma" 
Aweissen Bart hebt sich noch jetzt Würdevoll aus der dunklen 
Damast-Schaube heraus, obgleich das Bild nach seiner Versetzung
        

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