Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478855
GESIGHICHTLICHE 
EINLEITUNG. 
CAP 
gung ihrer Flagge blutig. zu rächen, sodass bald Freund und 
Feind ihre Obmacht anerkannten. 
Von sehr früher Zeit an war ihre Politik gewesen, die Er- 
weiterung des Gebiets auf der Halbinsel zu vermeiden. Ihre 
ersten Niederlassungen gründeten sie in Dalmatien und "Istrien, 
und an der 0st- und Westküste Griechenlands wurden Seestationen 
errichtet. Die italienische Sprache drang mit den Seefahrern der 
Lagunen an die Küsten des Bosporus, über die Ufer des schwar- 
zen Meeres und die Donau hinauf bis zu den Grenzen Ungarns. 
Es ist charakteristisch für die frühe Entwicklung des levantischen 
Handels unter venezianischer Flagge, dass es im zehnten und 
elften Jahrhundert den Unterthanen der Republik verboten war, 
Depeschen für fremde Fürsten nach Constantinopel zu tragen, 
ohne Venedig zu berühren. Obgleich die byzantinischen Kaiser 
ihnen die Privilegien in all ihren entfernten Besitzungen bestätig- 
ten und ihnen sogar ein besonderes Viertel in Constantinopel an- 
gewiesen hatten, verfolgten sie doch mit ruheloser Eifersucht die 
Unternehmungen der Pisaner und Genuesen und hassten in diesen 
ihren Landsleuten die Nebenbuhler mehr als offene Feinde. In- 
teressenschutz gegen Mitbewerber war es, was die Kaufleute im 
germanischen Norden zum Bund der Hansa getrieben hatte. Im 
Süden kam dergleichen nie zu Stande; Alleinherrschaft oder 
Untergang bildete das Losungswort der italienischen Kaufmanns- 
republiken, und wie hart sich die Dinge im Raume stiessen, da- 
von mochte die Adria erzählen, deren Wogen ebenso oft vom 
Blute der Bruderfehde wie vom Kampfe der Italiener mit Sara- 
zenen und Normannen geröthet wurden. 
Nichts Schlagenderes vermochte man über die Macht Venedigs 
am Ausgange des 12. Jahrhunderts zu erzählen, als die Geschichte 
von den hundert Galeeren, die in hundert Tagen ausgerüstet 
worden. Dies Wunder ereignete sich, als Enrico Dandolo den 
Kreuzfahrern zur Einnahme von Constantinopel Beistand leistete, 
und Venedig in der Kaiserstadt mit wahrhaft kaiserlicher Pracht 
statthielt. Damals konnte man in der That Venedig die Königin 
der Meere nennen. Es gehörten ihm, wie seine Geschichtsschreiber 
versichern, anderthalb Viertel des ganzen griechischen Kaiser-
        

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