Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481100
C411 
ß 
LAURA 
DIANTI 
221 
Estense u, und als sie starb und in S. Agostino zu Ferrara bei- 
gesetzt ward, geleiteten Alfonso der II. und der CardinaLLuigi 
von Este Laura7s Sohn Don Alfonso bei den Begräbnissteierlich- 
keiten?" Vasari berichtet, es sei ein "erstaunliches Porträt" ge- 
wesen, das Tizian von der Signora Laura gemalt habe, „die 
später die Gemahlin des Herzogs geworden  Obwohl wir nir- 
gends eine Andeutung darüber finden, ist es doch wohl möglich, 
dass wir, wie schon oben bemerkt wurde, dieses Werk noch in 
dem "Porträt der Dame mit dem aethiopischen Pagen" besitzen, 
welches gemeinhin mit Lucrezia Borgia in Verbindung gebracht 
wird. Später gewöhnte man sich, Laura von Este in der be- 
kannten "Maitresse du Titien" des Louvre zu erblicken, dem 
schönen Mädchen im Neglige, das bei der Toilette von einem 
Manne mit zwei Spiegeln bedient wird. Eine Bestätigung dieser 
Annahme glaubt man in dem Umstande zu finden, dass dieser 
diensttertige Anbeter Alfonso sei, und in der That hat die runde 
Stirn mit dem in einer Schneppe auslaufenden gestutzten Haar, 
die feingebildete-Nase und der verschnittene Bart viel Aehnlich- 
keit mit dem Bildniss des Herzogs in Madrid." Aber daraus 
würde doch noch nicht unbedingt folgen, dass wir in dem Frauen- 
bilde gerade Laura vor uns haben. Ihr Kostüm ist überaus ein- 
fach, wie wir es bei der erklärten Geliebten eines so hohen Herrn 
nicht erwarten. Nun wissen wir allerdings, dass Laura die Tochter 
eines Bürgers von bescheidener Stellung war, und es ist nicht 
unmöglich, dass Tizian berufen ward, das Bürgermädchen zu malen, 
ehe sie in den höheren Rang ihrer nachmaligen Stellung eintrat. 
Auffällig bleibt jedoch neben der Schlichtheit des Anzuges und 
neben der Fülle und Gesundheit ihrer Formen, dass dies an- 
scheinend unschuldige Geschöpf, das nicht in der Hofluft aufge- 
wachsen ist, doch in den Toilettengeheimnissen der feineren Welt 
heimisch war. Denn ihr Haar ist durchgewaschen, gekreppt und 
gebleicht, was theils durch Pomaden, theils durch den Sonnen- 
brand bewerkstelligt wurde. Es hat den künstlichen Goldschimmer, 
Paris, 
Louvra. 
Die 
XIII. 
20 a, a. O. 
so Vasari 
Beerdigung fand am 28. Juni 1573 statt. 
25.  3' vgl. Ticozzi a.a. O. 8.53.
        

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