Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478843
ERSTES 
CAPITEL. 
Geschichtliche 
Einleitung. 
Die Kulturblüthe Venedigs stand im 16. Jahrhundert nicht 
hinter der von Rom oder Florenz zurück. Aehnlich wie in Tos- 
kana erreichte die Malerei hier ihre Vollendung nach der Zeit 
der politischen Grösse, und nicht mit Unrecht hat man das Gre- 
deihen der Künste auf den Lagunen mit vergoldeter Rinde ver- 
glichen, welche den zerfressenen Stamm eines üppigen Baumes 
bedeckt. Am Beginn des Mittelalters war Venedig das voll- 
kommene Wiederspiel dessen, was Tyrus und Sidon in dem vor- 
christlichen Zeitalter gewesen waren. Sein Volk bestand aus 
Handelsleuten, die daheim allerhand kostbare Waaren, wie Glas 
und Farben, verfertigten oder mit ihren Schiffen bis zur äusser- 
sten Thule vordrangen und Coloniell grülldßtßll- V01" den Ein- 
fallen der Hunnen hatten sie sich auch vielfach an den Küsten 
des mittelländischen und schwarzen Meeres umhergetrieben; seit 
sie, wenigstens dem Namen nach, den Nachfolgern Gonstantins 
lehnspüichtig geworden, behaupteten sie in ihrer lllllllahbaren Stel- 
lung auf den Lagunen die Herrschaft über die Flussmündungen 
vom Delta des Po bis zum Golf von Triest und nutzten, ihrer- 
seits durchs Meer geschützt, als hartgesottene Egoisten die an- 
wohnenden Handelsvölker der 0st- und Westküste des adriatischen 
Meeres aus. Ihre Schiffe waren wohlbekannt in Constantinopel 
und Alexandria, und nicht selten sah man sie in der Meerenge 
von Gibraltar; Friedliche Kaufleute solange ihr Handel unbe- 
hindert blieb, waren sie doch stets bereit, die geringste Beleidi- 
Crowe, Tizian I. l
        

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