Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481049
CAR V11, TlZlAN IN FERRARA 1523. 215 
ii__ 
am Rande der Resolution vom 11. August findet man unter dem 
Datum des 20. Juni 1523 eine Bemerkung, laut welcher Tizian 
eben damals erst an dem ihm aufgegebenen Pensum thatig war. 
Dies beweist aber auch, dass die Signorie ein Auge zudrückte 
und froh War, den unzuverlässigen Gesellen überhaupt einmal 
dingfest gemacht zu haben." 
Am 5. December 1522 gab Tizian wiederum seine Absicht 
kund, Ferrara zu besuchen, und Tebaldi erwähnt in den Briefen 
an seinen Herrn der Figur einer Dame, die Tizian vollendet habe 
und mitzubringen sich vielleicht bewegen lasse. Es währte indess 
noch bis zum nächsten Januar, bis der Künstler endlich den Weg 
zu den Ufern des P0 fand. Eine Reihe von Vermerken in den 
ferraresisehen Rechnungsbüchern setzen uns in den Stand, seinen 
Bewegungen Schritt für Schritt zu folgen:  
„Item, 30. Januar: an einen „navieellai0" für den Transport 
eines Bildes von Venedig nach Ferrara, gesandt von Maestro 
Titiano an Seine erlauchte Hoheit." 
,Item: an einen 
Bildes von Francolino 
„ iäcchino " für 
nach Ferrara." 
das 
H erüberschleppen 
des 
"Item: an einen Ka-rrner, der den forziere (Koifer) des „ Maestro 
Titiano" von Francolino nach Ferrara gebracht hat."  
Francolino, am rechten Ufer des Flusses gelegen, war der 
Hafenplatz für Ferrara. Wie es scheint, wurden damals Reisende 
und Güter in Barken bis zur Mündung des Po befördert. Von 
der Mündung aufwärts gab es Zugpfade, und die Fahrzeuge 
Wurden mit Pferde-Vorspann ibrtbewegt. 12 
Aus anderweiten Zahlungen, welche um diese Zeit ebendort 
eingetragen waren, geht hervor, dass der Wirth der Schloss- 
Schenke Tizian's Diener beherbergte. Seine Rechnung vom 7. Fe- 
bruar lautet auf 24 Mahlzeiten, die er diesem verabreicht hatte, 
woraus ungefähr auf die Zeit des Besuches beim Herzog ge- 
schlossen werden kann. Wahrscheinlich ist aber, dass er sein 
 
H Die Urkunden gibt Lorenzi a. a. O. S. 175. 
u vgl. Benvenuto Cellinfs Selbstbiographie, Ausgabe 
167. 
Florenz 
Bianehfs, 
1852,
        

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