Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1481037
214 
DER 
WERKE 
ERSTEN 
JAHRE 
1520. 
NACH 
CAP 
VII. 
auch nur wieder angesehen hätte. 
und sein Echo tobte weiter.  
Der Herzog 
stürmte 
wie zuvor 
Was Tizian jetzt zu seiner Entschuldigung geltend machte, 
hatte allerdings wohl theilweise Grund, schielt aber dennoch. Er 
beklagte sich, man habe von ihm verlangt, er solle zwei weib- 
liche Figuren ändern, die er innerhalb des Monats zu vollenden 
Willens sei; dadurch sehe er sich aber an der Reise nach Ferrara 
verhindert, denn eine solche Auswahl männlicher und weiblicher 
Modelle wie in Venedig fände sich nirgends. Ueberdies sei er 
sich bewusst, seinen Patron in keiner Weise vernachlässigt zu 
haben. Er hätte seine Tage zwischen dem Herzog und der 
Signorie getheilt, indem er für die letztere Morgens im Saal des 
Grossen Rathes, für den ersteren Abends zu Hause gemalt habe. 
Die Wahrheit _war nun aber, dass, nachdem Tizian das Porträt 
des Dogen Grimani gemalt hatte, die Aufmerksamkeit des Fürsten 
auf die grösseren und wichtigeren Obliegenheiten gelenkt worden 
war, die er gegen den Staat übernommen. Dabei hatte man nicht 
unerwähnt gelassen, dass Tizian seit Jahren im Dogenpalaste 
nicht das Geringste gearbeitet habe. Diese Vernachlässigung 
gab Anlass zu neuen Vorstellungen im Rathe der Zehn und am 
11. August 1522 war ein Beschluss gefasst worden, durch welchen 
der Künstler aufgefordert ward "das vierte Bild von der Thür in 
der Halle des Grossen Rathes" vor dem 30. Juni des folgenden 
Jahres zu vollenden bei Strafe der Einziehung seines Makler- 
patentes und aller bislang vom Salzamte ihm gemachten Vor- 
schüsse. Ein Bote des Rathes war mit der Abschrift dieser Re- 
solution in Tizian's Haus geschickt worden und hatte sie ihm 
eigenhändig übergeben. Unter diesen Umständen blieb dem Künst- 
ler nichts übrig, als zu gehorchen. Wir sahen, dass er nunmehr 
entweder einen Theil der "Schlacht von Cadore" oder das Bild 
für die gegenüberliegende Seite des Saales malte, aber es ist 
zweifelhaft, ob die heilsame Furcht vor der Obrigkeit, welche 
ihn anfangs an die Arbeit fesselte, im Oktober noch vorhielt, denn 
L 
w Die Belege 
Estensi S. 13-16. 
zur 
Erzählung 
obigen 
finden 
sich bei 
Campüri , 
Tiziano 
gli
        

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