Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1480850
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TIZIAN 
ALFONSO 
UND 
VFÄ 
ESTE. 
EIAP. VI: 
Bewunderung der Vision, auf die er deutet. Natnrgemäss gleitet 
das Auge vom Vordergrunde mit seiner kühnen, breiten Vegetation 
über abwechselnde Streifen von Licht und Dämmer  als ob 
das wellenförmige Gelände durch die Schatten vorüberziehender 
Wolken berührt würde zur Zeit, wenn die Sonne schon tief her- 
abgesunken ist, ihre Scheibe aber doch noch über dem Horizonte 
steht  die Atmosphäre und Alles, was sich in ihr badet, trägt 
noch warmen Schimmer, beginnt aber schon das Zwielicht des 
hereinbrechenden Abends anzunehmen. i" 
Das Altarbild für Brescia wurde zu gleicher Zeit mitdem 
für Ancona begonnen, nahm aber, da es aus mehreren Tafeln 
besteht, den Meister viel länger in Anspruch. Infolge dessen gab 
es zu allerhand Verdruss zwischen ihm und dem Herzog von 
Ferrara Anlass. Gerade als Alfonso Briefe voll heftiger Vorstel- 
lungen wegen der verzögerten Ablieferung des ,Bacchanals" an 
Tizian schrieb, entdeckte Tebaldi, dass die Ursache der Wort- 
losigkeit in einem Auftrage des päpstlichen Legaten Altobello 
Averoldo zu suchen sei, mit welchem Tizian bereits eine lange 
und schwierige Unterhandlung gehabt hatte?" Später wiederholte 
sich bei anderen Verzögerungen dieselbeBeobachtung. Während 
seines letzten Aufenthaltes in Ferrara hatte Tizian übernommen, 
„Bacchus und Ariadne" für das Studio des Herzogs zu malen, 
doch unterliess er bei seiner Rückkehr nach Venedig, die Arbeit 
zu beginnen. Am 17. November 1520 sah sich Alfonso von Neuem 
veranlasst, an seinen Geschaftsträger zu schreiben, er solle Tizian 
erinnern. Wir fügen dieses Schreiben im Wortlaut bei, weil es 
den veränderten Ton erkennen lässt, der zwischen Fürst und 
Künstler eintrat. 
 
50 Seit Niederschrift des Obigcn ist das Altarstuck aus S. Francesco nach einem 
Altar in S. Domenico zu Aneona versetzt worden. Es ist auf Holz gemalt, oben 
rund, h. 10 Fuss ölig Zoll, br. 6 Fuss Svz Zoll. Die Farben sind herabgestinlmt 
und durchs Alter stumpf geworden, auf Zettel im mittleren Vordergrund die Inschrift: 
"Aloyxius Gotius Ragusinus 
fecit fleri 
M. DXX. 
Titianus Cadorinus pinsit."  
5' Campori, Tiziano e gli Estensi S. S.
        

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