Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1480779
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TIZIAN 
UND ALFONSO 
VON 
EST E. 
CAP. 
zeichen auf die Absicht des Meisters hin, seine Arbeiten daselbst 
wieder aufzunehmen. Da erwachte die Regierung plötzlich zu 
bedrohlichem Ernste. Am 3. Juli 1518 ward Tizian nach dem 
Salzamte beschieden und ihm daselbst eröffnet:  "Dafern er 
nicht sofort oder innerhalb einer Woche an den Bildern im grossen 
Rathssaale, die er seit so vielen Jahren vernachlässigt habe, zu 
arbeiten beginne und die Arbeit unausgesetzt bis zu ihrer Voll- 
endung fortsetze, würden die Hochmögenden sie auf Tizian's 
Kosten von einem Andern malen und vollenden lassenßw So 
furchtbar die Drohung aussah, machte sie doch auf den Künstler 
nicht den geringsten Eindruck. Er hatte Bestellungen auf grosse 
Altarbilder für Ancona und Brescia, Aufträge vom Herzog von 
Ferrara und vielleicht noch Mancherlei zu thun, wovon wir jetzt 
nichts mehr wissen, aber er beeilte sich mit keiner Arbeit, ging 
gemächlich seines Weges, liess sich kein graues Haar wachsen 
und weder durch Bitten noch durch Drohungen treiben und drängen. 
Wir sahen bereits, in welchen Zorn der Herzog von Ferrara im 
September 1519 gerieth, wie er seinem Erstaunen darüber Worte 
gab, (lass Tizian ihn so sehr vernachlässige und wie er endlich 
Zwangsmaassregeln in Aussicht stellte." Tizian setzte diesem 
Zornausbruch grosse Kälte entgegen, machte einen Ausflug nach 
Padua, von wo er im Oktober zurückkehrte, nur um zu erklären, 
wenn des Herzogs Gemälde hinlänglich vorgeschritten sei, werde 
er es selbst an den Ort seiner Bestimmung bringen und dort 
vollenden. Am 22. Oktober schiffte er sich auf einer Barke ein, 
die ihn für die massige Summe von vier Lire den Po hinauf 
nach Ferrara führte. '12  
Die Korrespondenz des Meisters aus dem Jahre 1518 ergibt, 
dass er den Auftrag zu einem Bilde übernommen, wozu der Herzog 
den Gegenstand angegeben hatte. Der Wortlaut dieser Briefe 
sowie Tizian's Entzücken über das höchst malerische Motiv, das 
gewählt worden, und endlich Tebaldfs Anspielung auf eine Skizze 
nzu einer einzelnen Figur" lassen keinen Zweifel (la-rüber, dass 
L 
171.  41 s. oben. 
e gli Estensi S. 8 und 
4" s. Lorenzi a. a. O. S. 
42 s. Campari, Tiziano
        

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