Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1480448
01m. 
E 
BILD 
BORGINS. 
LUCREZIA 
E 
sein, die Herzogin zu malen und diesen Auftrag in einem nach- 
mals von Sadeler gestochenen Bild ausgeführt haben, auf welchem 
Lucrezia als eine Frau von majestätischer Haltung dargestellt ist, 
mit Schleier-n und Kleinodien, in einem Ueberkleide von schwarzem 
Sammet mit durchbrochenen Aermeln, die Hand, auf die Schulter 
eines aethiopischen Pagen lehnendf Ein Blick auf den trelflichen 
Stich zeigt, dass die dargestellte Dame in der That eine Fürstin 
sein muss, denn nur eine solche durfte sich den Luxus eines afrika- 
nischen Dieners gestatten; auch sind die Passionsblume aus Edel- 
steinen und das seidene Band, welche das mit einem 'l'urban be- 
deckte Haupt schmücken, ebenso das durchbrochene Seidengewand 
sammt Schärpe nicht weniger reich und vornehm wie die Anzüge, 
durch welche Isabella von Este oder die Herzogin von Urbino 
glänzten. Immerhin könnten wir aber diese für Ridolifs Behauptung 
sprechenden Merkmale nur dann als überzeugend annehmen, wenn 
sie stärker wären als die Gründe, die dagegen vorgebracht werden, 
und man muss wohl beachten, dass geschichtlich zwar die Voll- 
endung eines Bildnisses der Herzogin von Ferrara verbürgt ist, der 
Name Lucrezia's dabei aber nicht erwähnt wird. Demnach könnte 
sich diese Nachricht auf Laura Dianti beziehen, die von Vielen 
als Alfonsds von Este zweite Frau bezeichnet wird. Ohne so weit 
zu gehen, hat Campori, ein in der ferraresischen Kunst und Ge- 
schichte durchaus bewanderter Forscher, zunächst die Unechtheit 
des Bildnisses mit Hilfe von Medaillen nachzuweisen gesucht, 
welche uns die Züge Lucrezia's aufbewahrt haben, und dann die 
Vermuthung ausgesprochen, der Stich Sadelefs könne eine von 
Tizian thatsächlich gemalte Sultanin darstellen? Wenn wir wagen 
dürfen, eine von so guter Autorität abweichende Ansicht zu äussern, 
so möchten wir die Unwahrscheinlichkeit hervorheben, dass Sade- 
ler's Stich eine Sultanin darstelle, da die Dame keine Spur von 
orientalischem Blut verräth und die Leinwand, welche das Porträt 
trägt, in Italien aufbewahrt blieb, wo sie Ende des siebzehnten 
Jahrhunderts in Besitz der Königin Christine kam? 
iSts 
1 Ridolfi, Maraviglie I. S. 209. 
2 Vasari XIII. S. 43; Campari, Tiziano e gli Estensi S. 33. 
3 Dass das Original von Sadeler's Stich dasselbe Bild gewesen 
welches in
        

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