Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1480396
152 TIZIAN IM 
 
STAATSDIENST. 
PAP. 
musste aber der Geschäftsträger zu der Ueberzeugung gelangen, 
dass die Hoffnungen des Herzogs niemals verwirklicht werden 
Würden und sprach sich darüber in seinen Briefen aus!" In Folge 
dessen richtete dieser sein Augenmerk auf Tizian, mit welchem 
sein Agent in Venedig, Jacopo Tebaldo, nunmehr neue Unter- 
handlnngen eröffnete. Zuvörderst war die Rede von einer Zeich- 
nung, die Tizian liefern sollte "i, später handelte es sich um einen 
aus Ferrara vorgeschlagenen Stoff, zu dem der Gedanke wahr- 
scheinlich von Ariost herrührtefi Die folgenden Briefe von Tizian 
und Tebaldo geben darüber Aufschlüsse, die wir ihrer WVichtig-keit 
halber nicht unterdrücken dürfen.  
Tizian an den Herzog von Ferrara. 
„An den erlauchtesten und gnädigsten Herrn, 
meinen Herrn Herzog von Ferrara. 
„Gnädigstei' Herr und Gebieter!  
„Ich habe in diesen Tagen mit schuldigster Ehrfurcht Ew. 
Herrlichkeit Brief nebst der Leinwand und dem Rahmen erhalten. 
Nachdem ichvon dem Inhalt Kenntniss genommen und mir alle 
darin enthaltenen Anweisungen eingeprägt, finde ich sie so schön 
und klar, dass sie nach keiner Seite der Verbesserung mehr be- 
dürfen, und je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr gelangte 
ich zu der Ueberzeugung, dass die hohe Stufe, welche die Kunst 
bei den Alten erstiegen, der Unterstützung zu verdanken ist, die 
ihnen grosse Fürsten gewährten, die sich herabliessen, den Malern 
das Vertrauen und das Ansehen zu leihen, welche in dem eigenen 
Scharfsinn bei Beurtheilung von Gemälden wurzelten. Kann ich 
deshalb zweifeln, dass ich, wenn Gott mir beisteht, den Wünschen 
Ew. Gnaden zu genügen, Ehre und Ruhm von meiner Arbeit haben 
werde? Und doch werde ich Alles in Allem dabei nicht mehr 
gethan haben, als dass ich Demjenigen Form verliehen, das seinen 
Geist  den wesentlichsten Theil also  von Ew. Hoheit em- 
prangen hat. Doch das bleibe dahingestellt.  Ich kann ver- 
 
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VOTII 
62 Campori, Not. ined. di Raifaello S. 9.  '53 vgl. die Berichte 
2. März (I) 1518 bei Campori, Tiziano e gli Estensi S. 6. 
64 Campori, Tiziano etc. S. 6. 
und 
Fcbr.
        

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