Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1480383
CAP. 
ALFONSO'S 
KUNST 
KORRESPONDENZ. 
151 
gebens; er spiegelt indess einfach die Form der Höflichkeit wie- 
der, durch welche Venedig sich vor anderen Städten der Halb- 
insehauszeichnete. Rafael und Michel Angele schrieben in einem 
unabhängigeren Stil an Fürsten, sie waren aber auch keine Vene- 
zianer. Weder in Rom noch in Florenz ward zuerst die „Maje- 
stät" der Könige entdeckt, sondern in der Republik des heiligen 
Markus.  
Tizian spricht aber hier nicht von einem Bacchanal, sondern 
von einem "Bad", das er zu malen vorhatte, und davon wissen 
wir ebensowenig wie von den anderen Dingen, auf die er anspielt. 
Die Wahrheit ist, dass Alfonso für die Ausschmüekung seines 
Studio weniger an Tizian als an Rafael oder Pellegrino da Udine 
dachte. Costabili, Bischof von Adria, sein Geschäftstrager in Rom, 
klopfte täglich an RafaeYs Thür, um ihn zu- erinnern, dass er 
dem Herzog ein Bild versprochen habe, und jeder Brief berichtete, 
der vielumworbene Meister sei dieses Verspreehens eingedenk. 
Costabili hatte den Triumph des Bacchus als einen Gegenstand 
vorgeschlagen, der Alfonsds Beifall finden würde, aber Rafael, 
der einen seiner Schüler nach Venedig geschickt hatte, um dort 
Farben einzukaufen, brachte bei dieser Gelegenheit in Erfahrung, 
dass derselbe Vorwurf dem Pellegrino angetragen worden sei. Er 
erklärte, dass er einen anderen Gegenstand behandeln werde und 
sandte vorläufig dem Herzog als Angeld einen Karton zum Ge- 
schenk, das Original zu dem Gemälde "der Eid Leo's III.  das 
er kurz zuvor in der Halle der Torre Borgia vollendet hatte." 
Das ganze Jahr 1517 hindurch währten diese Verhandlungen  
Tizian korrespondierte regelmässig mit Ferrara und erhielt kleine 
Geldsummen, wofür er Antiken kaufte, ein Bild aber hat er, so- 
weit die Berichte reichen, damals nicht für den Herzog gemalt!" 
Der Bischof von Adria setzte indessen seine Anstrengungen bei 
Rafael fort, dessen Betheuerungen die römische Korrespondenz 
mit Ferrara in den Monaten März und April 1518 füllen. Endlich 
 
Notizie inedito di Raffaello da Urbino, 
ü" vgl. die Belege hierüber bei Campari, 
1301., Modena 1863, S. 6-9.  
6' Campari, Tiziano c gli Estensi S. 6.
        

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