Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1480350
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STAATSDIENST. 
grossmüthig vergolten und ihn fürstlich bezahlt?! Serlio behauptet, 
dass Tizian seine Stellung im Leben ganz und gar dem Herzog 
zu verdanken gehabt", und Ridolfi theilt uns als Anekdote mit, 
Alfonso habe sich öfters herbeigelassen, den Meister an Bord 
seines eigenen Bucentaur von Venedig nach Ferrara mitzunehmen? 
Indessen wollen wir doch berichtigend daran erinnern, dass Tizian 
in früheren Jahren nicht so glänzend gestellt war, wie später am 
Hofe der Gonzaga's oder KarPs V., und wenngleich wir erfahren, 
dass Alfonso dem Maler anbot, ihn auf seiner Reise nach Rom 
zu begleiten i", so weisen doch seine Briefe keine Spur jener Ver- 
traulichkeit nach, welche die Ridoliische Anekdote voraussetzen 
würde. Ebensowenig zuverlässig ist es, wenn Ariost als Freund 
Tizian's geschildert Wirdfß In Wahrheit scheint er nur ein ge- 
fälliger Bewunderer der technischen Fertigkeit gewesen zu sein, 
die er an allen Künstlern seiner Zeit in gleicher Weise, aber ohne 
viel Urtheil schätztefü 
In der zweiten Ausgabe des Orlando Furioso, die i. J. 1532 
herauskam, widmet der Dichter einige Strophen dem Preise der 
Maler und Bildhauer des sechszehnten Jahrhunderts und bezeichnet 
Tizian als „die Ehre von Oadore  Dagegen ündet sich in der 
ersten Ausgabe der Dichtung vom Jahre 1516 keine derartige 
51 Vasari XIII. S. "Z4.  
52 Serlio, Arehitettxlra (Ausgabe von Mareolini o. J. lib. IV.) gibt sogar an, 
Alfonso habe Tizian die Ritterwürde ertheilt. 
53 Ridolfi, Maraviglie I. S. 209.  54 s. später.  55 Vasari XIII. S. 25. 
56 „E quei ehe furo a nostri di o son ora 
Leonardo, Andrea Mantegna, Gian Bellino, 
Duo Dossi e quel elfa par seulpe e eolora 
Miehel piü ehe mortal Angel divino; 
Bastiano, Raffael, Tizian chhnora  
Non men Cador che quei Venezia e Urbino."  
vgl. Orlando Furioso, zweite Ausg., Canto XXXIII. In einem Briefe vom 14. Juli 
1512 an die Markgräfin von Mantua entschuldigt sich Ariost, dass er den Orlando 
übßrsendß, obgleich die Niederschrift noch in Unordnung sei, der Arbeit letzter 
Hand noch bedürfe und dermaassen durch Ausradierungen und Aenderungen ent- 
stellt Sei, dass nur er selbst sie lesen könne; vgl. Letteri di alcuni illustri Italiani, 
herausgegeben von Kanonikus W. Braghirolli, Mailand, S. 15. In späterer Zeit hat 
Aretino angeblich den Ariost darum lächerlich gemacht, dass er Tiziau und die 
beiden Dossi in einem Verse zusammen nennen konnte; vgl. Dolee, Dialqgo, S. 7.
        

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