Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1480314
1.41 
TIZIAN 
STAATSDI ENST. 
bestehenden Verhältnisse wiederherstellte, den Herzog als leichte 
Beute J ulius dem II. überlasscnd, welcher sich als weit schlimmer-er 
Feind erwies. Trotz Frankreichs Schutz war Alfonso allmählig 
ebenso vielen Landes südlich vom P0 beraubt werden, als er im 
Norden desselben zu "gewinnen gehofft hatte; und während der 
Kriege, die vom Jahre 1510 bis 1512 geführt wurden, sah er sich 
durch den Verlust an Geld, Mannschaften und Gebiet fast völlig 
ruiniert. Einige Augenblicke indess schien das Geschick ihn 
weniger unhold behandeln zu wollen. Bei Leo X. Krönung trug 
er das Banner der Kirche. Aber heimlich sann der Papst auf 
Annexion Ferrara's und wurde diese, falls Alfonso nicht entflohen 
wäre, auch ausgeführt haben. Die Rettung des Herzogthums war der 
Vertrag von Bleis, der Venedig und Frankreich i. J. 1513 verband 
-und selbstverständlich auch den Herzog in die Allianz einschloss. 
Während der auf den Sturm folgenden Windstille fühlte Alfonso, 
aller politischen Verluste ungeachtet, noch Kraft genug, seine 
Aufmerksamkeit den Kunstangelegenheiten zuzuwenden, und da 
er in seinem Charakter manche Aehnliehkeit mit Julius II. hatte, 
zudem auch hinreichenden Ehrgeiz besass, bessere Männer, als 
Ferrara ihm bot, in seinen Diensten zu verwenden, so liess er 
Maler von hohem Rufe herbeikommen, die ihm in Verfolgung 
seiner Pläne beistehen sollten. Paolo Giovio hat mit parteiischer 
Hand die Gestalt Alfbnsds hingestellt, von dem er sagt, er habe 
sein Silbergeräth und seine Juwelen um Geld verpfändet und 
seine Mahlzeiten aus selbstvertertigten Schüsseln genossencm Uns 
dünkt es glaublicher, dass das Töpfergut, welches auf seine Tafel 
kam, durch Künstler, die Ercole I. gedungen hatte, geformt und 
gebrannt worden, und dass er sich dabei von dem Geschmack 
seines Vaters leiten liess", mit dem er, was die Kunst anbetraf, 
manches gemein hatte. Herzog Ercole liess es sich ernstlich an- 
gelegen sein, das Modell eines Pferdes zu erwerben, das nach 
Lionardo da Vincfs Vorschlage die Statue Franeesco Sfbrzas 
tragen sollte. Ihm fehlte ein Bildniss seiner selbst für dies ge- 
dena 
 
40 vgl. Paolo Gioviö im Leben Alfonszfs I. von Estc. 
41 vgl. Gius. Campari: Notizie della nmnufattura ostcnse dellu Maiolica, 
1964, 1101. s. 10.
        

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