Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1480279
B12 
TIZIAN 
STAATSDIENST. 
CAP. 
waren mit getäteltem-durch Säulen getrennten Schutzwänden von 
beträchtlicher Breite versehen, die übrigen Wände entlang liefen 
doppelte Sitzreihen, nur da unterbrochen, wo das Fenster, welches 
nach dem grossen Kanal weist, bis auf den Fussboden reicht oder 
wo die an den Parallelseiten zur Sala dello Scrutinio, der Gua- 
rantia und einem inneren Raum. führenden Thüren einsetzen. 
Zwischen den beiden nach der Piazzetta hinausschauenden Fen-. 
stern stand die Statue des heiligen Markus. An feierlichen Tagen 
Wurden neun Reihen Bänke, die längs der Halle standen, von 
den verschiedenen Orden eingenommen, welche das Vorrecht hatten, 
Zeugen der Abstimmung zu sein. 
Als Gentile Bellini mit seinen Arbeiten den Anfang machte, 
wählte er für sein Bild „die Kerzenspende des Papstes" natürlich 
den besten Platz, indem er seine Leinwand in" der Ecke zunächst 
der Piazzetta und dem Markusstandbild ausspannte, während Gio- 
vanni die Darstellung der Anerkennung des Papstes Alexander in 
der Carita in der Ecke derselben Facade, doch dem grossen 
Kanal näher, anbrachte. Beide Bilder waren also durch die 
beiden Fenster getrennt, zwischen denen der Schutzheilige Venedigs 
stand. Dem Vivarini, den Bellinfs und ihren Schülern waren 
zwölf Räume an der die Aussicht nach dem Hofe beherrschenden 
Wand für ihre Arbeiten angewiesen worden, und diese sämmtlich, 
wie bereits bemerkt, bis auf zwei beendigt, als Giovanni Bellini 
starb. Das der Ueberlieferung nach durch Tizian vollendete Ge- 
mälde war das siebente der Reihe in der Richtung von der Piaz- 
zetta aus, und darauf berechnet, jenen Theil der alexandrinischen 
Legende zu verherrlichen, laut deren Barbarossa in Begleitung 
seines Sohnes Otto nach der Markuskirche ging, wo ihm nach 
abgeschlossenem Frieden der Papst zum Zeichen seiner Oberherr- 
liehkeit den Fuss auf den Nacken gesetzt haben soll. Wir haben 
Grund, anzunehmen, dass dieses Gemälde ungefähr um 1522 in 
Angriü genommen-wurde, Weil es, zeitgenössischen Berichten zu 
Folge, Porträts venezianischer Senatoren enthielt, von denen wenig- 
stens zwei ihre Beförderung nach diesem Datum erhielten. Es 
waren allerdings Bildnisse darunter, auf welche das eben Gesagte 
keine Anwendung findet, wie z. B. diejenigen des Pietro Bembo,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.