Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478757
VIII 
VORWORT. 
Die Ausbeute Dr. Jacobfs reizte zu anderweiten Nachforschungen. 
Sein Freund Abbate Cadorin that nun für Venedig, was bereits für 
'l'izian's Heimath geleistet worden war und brachte eine bedeutende 
Erweiterung unserer Kenntniss zu Wege. Francesco Beltrame end- 
lich vereinigte i. J. 1853 unter dem Titel „Tiziano Vecellio e i] suo 
monumento" den gesammten bis dahin gesammelten Urkunden-Schatz. 
Aber Tizian's Ruhm erstreckte sich schon bei seinen Lebzeiten 
über die Grenzen Italiens hinaus nach Spanien, Frankreich, Deutsch- 
land. Auffallend indess, wie wenig Ertrag die Umschau in der Kunst- 
literatur jener Länder bietet. Am ergiebigsten anlalteren Nachrichten 
über künstlerische Dinge ist vielleicht Spanien, aber die Werke des 
Oean Bermudez und seiner Nachfolger enthalten wenig, was nicht auf 
italienische Quellen zurückginge. Die reichste Fundgrube dieser Art 
ist Madrazols Katalog des Madrider Museums, welcher einen bedeu- 
tenden Zuwachs beglaubigter Nachrichten in knapper und handlicher 
Form gewährt. Sandrarfs weitschweiiiges Werk und die leichtere 
Waare Felibienls treten hiergegen als kaum nennenswerth zurück; 
Rio behandelt in seiner „Art chretien" den grossen Meister fast nur, 
um darzulegen, dass er es hauptsächlich gewesen, welcher den Ver- 
fall der religiösen Ueberlieferung in der Kunst verschuldete. 
In England erschien bereits 1829 eine gedrängte Wiedergabe 
der Schrift RidoliTs in Sir Abraham Hume's Buch, welchem Verzeich- 
nisse von Gemälden und Stichen beigegeben sind, wogegen die Bio- 
graphie von Northcote lersehienen 1830) im Wesentlichen auf Ti- 
cozzi beruht. Der eigentlichen Forschung auf unsrem Gebiete hat 
in England Josiah Gilbert mit seinen anziehenden Studien über Ti- 
zian's Heimath erfreuliche Dienste geleistet. 
Durch Gachard's und A. Pinchart's Veröffentlichungen der Inven- 
tarien und Korrespondenz Karl's des V. und der Königin Maria von 
Ungarn erhielt von den Niederlanden aus ein sehr wichtiger Ab- 
schnitt von Tizian's Leben neues Licht. 
Im Laufe des letztverfiossenen halben Jahrhunderts wurden auch 
in Italien die archivalischen Forschungen über Tizian Heissig wieder 
aufgenommen. Pungileoni veröffentlichte Fundstucke aus Mantua, 
Morelli legte in seinen handschriftlichen Bemerkungen zu den ano- 
nymen Gewährsmännern des Zen und Tizianello ein höchst bedeuten- 
des Materialnieder und benutzte dabei die unschätzbaren Tagebücher 
Sanutds.  Oiani schrieb die Geschichte der Oadoriner Mark, Elze, 
Heyd und Thomas schilderten auf Grund mehr oder minder massen-
        

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