Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1480149
Ci 
AKADEMJEi 
DIE ALDINISCHE 
127 
Venedig herüber gekommen waren, um sich hier niederzulassen, 
oder auch Weil es die Nothwendigkeit erheischte, die einzige, den 
ausschliesslieh aus Griechen bestehenden Schriftsetzern bekannte 
Sprache zu pflegen. Alle Fragen, welche die öifentliche Meinung 
jener Zeit beherrschten, gelangten hier, wie wir annehmen können, 
zu gründlicher Erörterung, und es unterliegt keinem Zweifel, dass 
auch das Gebiet der Kunst Antheil daran hatte, In einem Kreise 
aber, wo Fra Gioeondo verkehrte, der so lange für den Erfinder 
des Planes zum Fondaco de' Tedesehi gegolten hat m, wird zuver- 
lässig auch der Name Tizianüs und seiner Kunstgenossen genannt 
worden sein. Unzweifelhaft stand Aldus selbst in bestimmten 
Beziehungen zu Künstlern der Zeit. Erwiesen ist wenigstens 
die gelegentliche Verbindung Aldols mit Giulio Campagnola, dem 
vermeintlichen Meister des Domenico, der eine Weile unter Tizian 
in Padua und Vicenza gearbeitet hatte", und endlich  wenn 
nicht Aldus selber  so waren jedenfalls Bembo und Navagero 
"Beide in blühendem Alter und Beide hellenischen Blutes, 
Meister in holdem Gesang und in scharfantwortender Rede  
über die Zustände der künstlerischen Zeitgenossenschaft wohl 
unterrichtet. 
Von 
Bembds 
Besuch 
bei 
Giovanni 
Bellini 
im 
Interesse 
der 
Isabella Gonzaga haben wir Kunde", seine Bekanntschaft mit 
Tizian steht gleichfalls fest, wenn sie auch nicht so ausführlich 
berichtet wird. Wie Navagero, war er vor seiner politischen 
Thätigkeit Schriftsteller. Er gab nicht nur bei Aldus seinen 
"Aetna," und die "Asolani" heraus, sondern auch mehrere classische 
10 Morelli theilt in seinen Anmerkungen zum Anonymus S. 241 folgendes 
Distichon aus einer angeblich von Pietro Contarini herrührenden Handschrift von 
1517 mit: 
"Teutonieum mirare forum, spectabile fama, 
Nuper Jucundi nobile fratris opus." 
1' vgl. über die Thatsache das Testament des Aldus bei Didot a. a. O. S. 487 
und Anon. des Morelli S. 11. 
12 vgl. Bembo's Brief bei Gaye, Garteggio, Florenz 1834, II. S. 76 und d'Arco, 
Pittum di Mantua, F0l., Mantua. 1857, II. S. 60, 61, sowie der Verlf. Gesch. der 
ital. Malerei, deutsche Ausg. V. S. 180. Es handelt sich in der Correspondenz um 
die Bestellung eines Bildes, welches Isabella von Bellini zu haben wünschte. Aldus 
Manutius soll übrigens von Giov. Bellini porträtirt worden sein.
        

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