Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478743
VORWORT 
der 
Verfasser 
des 
englischen 
Textes. 
Die Geschichte von Tizian's Leben muss aus weit verzweigten 
und oft schwer zugänglichen Quellen zusammen getragen werden. 
In den zeitgenössischen Dialogen der Dolce, Pino und Biondo erhalten 
wir mehr Anekdote als Wahrheit, die Briefe Aretins, welche den Zeit- 
raum von 1527-1556 beleuchten, wollen mit Vorsicht benutzt sein, 
weil sie, schon von Haus aus absichtsvoll, häufig zu politischen Zwecken 
umgemodelt worden sind. Vasarfs Biographie wurde zehn Jahre 
vor Tizian's Tode geschlossen und ist daher karg und unvollständig; 
die Ergänzungen Sansovinds können nicht erheblich genannt werden; 
auch Borghinfs "Riposo" (zuerst gedruckt 1584) und Tizianellds 
"Anonymus" (1622) sind flüchtig und unzureichend.  
Der Erste, welcher Tizian's Leben vollständig darzustellen unter- 
nahm, war Ridolli. Er arbeitete auf Grund ausgiebiger Mittheilungen, 
aber benutzte sie oberflächlich und so ist das Bild des Meisters, das 
er entwirft, unklar und skizzenhaft. 
Am Beginn des gegenwärtigen Jahrhunderts nun legte Dr. Taddeo 
Jacobi in Gadore, ein Abkömmling der Veeelli, eine Sammlung von 
Urkunden über die Familie des grossen Meisters an, welche binnen 
Kurzem stattlich anwuchs. Leider war jedoch der Sammler nicht im 
Stande, seine Schätze literarisch zu bearbeiten. Er vertraute sie zu 
diesem Zwecke dem Stefano Ticozzi an und dieser unterzog sich der 
Arbeit ohne mit der Kunstgeschichte und mit Bildern vertraut zu 
sein. Sein i. J. 1817 erschienenes Werk war trotz des sachlichen 
Werthes so gänzlich verfehlt, dass es die Satire AndreaMaierüs her- 
vorrief, welcher seine „Imitazi0ne pittorioa" schrieb, um Ticozzi an 
den Pranger zu stellen.
        

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