Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1480035
11,5 
J UGENDWERKE lNV ENEDIG 
UND 
350m. 
CAY. 
und die mit Schiesscharten versehenen Mauern einer von Bäumen 
umrahmten Stadt, die am Felsabhang längs des Seeufers erbaut 
ist. Auf den Feldern rechts hütet ein Hirt seine Schafe, hinter 
dem Thurme auf der linken Seite ragt eine hohe Dolomitspitze 
mit ihren Nadeln und Platten in" den Himmel, dessen streitiges 
Gewölk auf goldigem Abendglanze schwimmt, rechts bespült die 
See die von sägeförmig geschweiften Buchten begrenzte Insel. 
Auf einem tizianischen Oelgemalde dargestellt müsste eine solche 
Oomposition zauberhaft wirken, unser Wandbild jedoch gibt wenig 
mehr als Linien. Gleichwohl überrascht die Erfindung, welche 
hier die Natur von Cadore mit Eindrücken, wie sie an der dal- 
matischen oder griechischen Küste häufig vorkommen mögen, zu- 
samrnenbaut. Höchst kunstvoll, um nicht zu sagen künstlich, 
sind die Figuren abgewogen, die fast immer paarweis neben- 
einandergestellt, abwechselnd Licht- und Schattenflächen dar- 
bieten. Die Abtönung ist fein berechnet. Während der sich 
vorneigende Jünglingskopf lebhaft an die Typen Giorgione's 
erinnert,  sind die übrigen Zuschauer meist kernhafte Gestalten 
und durchweg ist charakteristisch, dass die Schönheit der männ- 
lichen die der weiblichen übertriift, wie denn hier auch neben 
Männern höherer Stände Frauen aus den niederen Volksklassen 
darzustellen waren." 
Padua, Was die dritte Freske betrifft, die übrigens fast allen Reiz 
5223,36] des Farbentones verloren hat, so nimmt es wunder, dass eine 
so manierierte Handlung, so theatraliseher Gruppenbau und eine 
so lahme Anordnung, wie sie hier vorliegt, von Tizian erfun- 
den WOrdßllm Ein eifersüehtiger Ehemann hat sein ihm zu F üssen 
auf den Boden hingestreektes Weib ermordet und hält, grim- 
mig dreinsehauend, den Dolch, das blutige Werkzeug seiner 
Missethat, noch in den Händen." In der Entfernung sieht man 
ihn" nochmals vor Antonius, der dem reuigen Mörder verzeiht 
und ihm die Beruhigung gibt, dass das Opfer seines Jähzorns 
dem Leben zurückgegeben sei. Die beiden Gruppen sind nur 
74 Gestochen (von der Gegenseite) in Lefebräs Werk: "Opern selectiora" 1682, 
und in Farbendruck herausgegeben von der Arundel-Society.
        

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