Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1479794
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JUGENDWERKE IN VENEDIG 
UND 
PADUA. 
ÄP 
Ambrosius und Mauritius) 43; denn sie sind trotz verhältnissmässig 
gleichzeitiger Entstehung weder mit gleicher Sorgfalt angeordnet 
und gezeichnet, noch mit so berauschendem goldigen Farben- 
akkord behandelt. 
Einen weiteren Fortschritt bezeichnet erst die Madonna mit 
Jesus, Johannes und Antonius in den Uffizien oder die Ma- 
donna mit Brigitta und dem heiligen Ritter in Madrid. Auch 
diese beiden Bilder haben noch Berührungspunkte mit Palmeis 
Stil, jenes vermöge der lauschigen landschaftlichen Seenerie weitab 
vom Treiben der Welt, wie sie dessen heilige Conversationen so 
reizvoll macht; dieses durch den Figurentypus, der nicht blos 
den frei erfundenen Gestalten, sondern sogar den Bildnissen Pahnafs 
ähnelt. 
Florenz, 
Ufßzien. 
den 
Auf 
die 
dem Bilde in Florenz kellrt derselbe Gedanke Wieder, 
reizende Gruppe im Belvedere behandelt: die kindliche 
43 Die Bilder in Wien und Paris sind bis auf Kleinigkeiten wesentlich über- 
einstimmend, aber dasjenige in Wien ist das bessere von beiden: Wien, Belvederc. 
Ital. Schule. I. Stock, Saal II. Holz, h. 3 F. 5 Z., br. 4 F. 3 Z. Ilalbliguren: 
-Maria im Freien links vor einem Gebäude sitzend, das Kind in ihrem Schoosse 
anbctend, vorn rechts Hieronymus in einem grossen Buche lesend, zu seinen Seiten 
Stephanus in schwarzem Kostüm, eine Palme in der Hand, und Georg in Waffen- 
schmuck, den Schaft seiner Lanze haltend. Auffallend ist der starke Abstand 
zwischen den kleinen Verhältnissen, von Maria's Kopf und der grossen Gestalt 
des Hieronymus, der an sich mit seinen mächtigen Gesichtszügen und dem grauen 
altersfleckigen Bart eine höchst charaktervolle Erscheinung ist. Ebenso bezeich- 
nend für die Entstehungszeit des Bildes sind die durchgehende Weichheit, Glätte 
und Zartheit der Mischung bei grosser Leuchtkraft der Farben. Die Behandlungs- 
weise, wenn auch der palmcsken Periode des Meisters entsprechend, steht nicht auf 
der Höhe seines Vermögens; hier und da treten Schwächen in der Füllung der 
Fläche und in der Zeichnung hervor, der es zuweilen an Mark gebricht; auch 
der Gewandbruch hat etwas Eckiges. Wesentlich mag die Leerheit, welche hier 
befremdet, durch Nachbesserung verschuldet sein. Eine grosse Marke, wie der Ein- 
druck eines Hammerschlags, entstellt den Kopf des Kindes; infolge dieser Bescha- 
digung wurden das Gesicht und die benachbarten Theile, einschliesslich des Hinter- 
grundeß 11m1 seiner Hügel, übermalt, lasiert und neu gestimmt. Das Bild stammt 
ebenfalls aus der Sammlung Erzherzog Leopold Wilhelms und ist in Tenier's Werke 
(l 660) von Lisbetius gestochen. (Photographie von Miethke und Wawra.)  Paris, 
Lquvre- No-458, Leinw, h. 1,08, br. 1,32, Halbfigilren (Sammlung Ludwigs XIV). 
ES enthält an Stelle des Hieronymus dieselbe Figur in rother Mütze, hier Ambro- 
Sius genannt, Während der Georg des Wiener Bildes hier einem Mauritius ent- 
SPriCbt- (Photvgraphie von Braun in Dornach.)
        

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