Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Tizian
Person:
Crowe, Joseph Archer Cavalcaselle, Giovanni Battista Jordan, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1478376
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1479612
IN VENEDIG 
jUGENDWERKE 
PADUA. 
UND 
CAP. 
rischen Dekorationen Giorgionds und Tizian's. Von dem Bild- 
schmuck an der Oanalfront wissen wir wenig mehr als Vasari 
uns erzählt, indess war Giorgione's Auftrag nicht blos auf diese 
eine Seite beschränkt gewesen, sondern er hatte wahrscheinlich 
das ganze Gebäude umfasst, und wenn er auch in Wahrheit sich 
mit der westlichen und nördlichen Facade und dem Innenhof 
begnügte, so ist nichtsdestoweniger zweifellos, dass er einen Theil 
seiner iArbeit auf Tizian übertrug. 
Der unaufhaltsame Verderb, welchem alle Freskomalereien 
in Venedig ausgesetzt waren und welcher Ursache geworden ist, 
dass wir so viele von Giorgionds gepriesensten Werken entbehren, 
machte sich an allen Theilen des Fondaco schnell genug bemerk- 
bar. Der Nordwind, die Tramontana, zersetzte zuerst die Male- 
reien an der Seite des Rio del Fontico. Eine Chronik des acht- 
zehnten Jahrhunderts berichtet, dass i. J. 1705 nichts als ein 
Theil des Frieses an einem oberen Stockwerke übrig geblieben 
war-Fa Um dieselbe Zeit waren am Säulengang im Hof drei Friese 
von grau in grau gemalten Arabesken, mit Landschaften, Im- 
peratorenköpfen, Fratzen und dergleichen durchsetzt, nur noch 
theilweis sichtbar." Tizian's vorzüglichste Leistung daselbst war 
ein Fresko über dem Portal der Südseite, von welchem Piccino's 
Stich aus dem Jahre 1658 eine Vorstellung gibt. Es stellte ein 
jugendliches Weib in phantastischer leichter Gewandung dar, 
welche, auf dem Eck-Risalith eines stattlichen Gebäudes sitzend, 
das bis zum Knie entblösste Bein auf ein zu ihren Füssen liegen- 
des abgeschlagenes Haupt setzt, zu dem sie niederblickt, während 
sie in der Rechten ein Schwert schwang und vor ihr die Halb- 
figur eines fast vom Rücken gesehenen Soldaten in Harnisch mit 
rother Kappe steht, der die Linke mit dem Dolch hinter sich 
bergend, mit der Rechten den Kopf des Gerichteten fasst und zu 
ihr aufschaut. Die Ueberlieferung bezeichnete die Gestalt als 
eine „Judith", zweifellos hat jedoch Tizian die Justitia gemeint; 
kommt doch fast dieselbe Figur mit gleichen Attributen bereits 
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