Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Daniel Chodowiecki's sämmtliche Kupferstiche
Person:
Engelmann, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471950
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1472565
XT. Chodowiecki, 
Türken der damaligen Gesandtschaft und zwei kleine Landschaften, Pankow bei 
Berlin, den Sommeraufenthalt des Künstlers und der Familie darstcllend. Die 
meisten Nummern sind auf grundirter Platte radirt, ohne vorher gemachte Zeich- 
nung; was ihm auf dem Lande vorkam und ansprach, fing er an zu radiren, weil 
ihm das Radiren nicht schwerer als Zeichnen wurde, und er sich dabei mehr übte. 
No. 45. Jetzt eröffnete sich ihm eine neue schöne Aussicht. Die Prinzessin 
Friderike "Wilhelminc Sophie von Pränssen, Nichte des Königs, wurde Anno 17 G7 
dem Prinzen von Oranien  später Statthalter Wilhelm der Vtc  vermählt, 
und Chodowiecki, auf Empfehlung, der ehrenvolle Auftrag erthcilt, der Prinzessin 
Bildniss, als Geschenk für den Prinzen, in Oel zu malen. Es geliehl sehr 
und musste auch in Kupfer gestochen werden, was Chodowiecki in kurzer 
Zeit that, und auch der grossen Aehnlichkeit und mühsamen Arbeit wiegen, gut 
und beifällig aufgenommen wurde. Als vaterländisches Kunst-Produkt wurde 
ihm Platte und Druck fürstlich bezahlt. Die Abdrücke wurden hier bei Hofe 
als Andenken verschenkt und die Platte zu demselben Zweck mit nach Hol- 
land genommen. Es kommt selten im Handel vor.  Bei dieser und den fol- 
genden Platten hat der Künstler viel mit dem Grabstichel gearbeitet. 
No. 46. Mythologischc Allegorie auf diese Vermählung, eine schöne Com- 
position von- sehr mühsamer Bearbeitung, für seine eigne Rechnung gefertigt. 
Von dieser Platte wurden sehr viele Abdrücke gemacht, die vom Hofe gekauft 
und verschenkt, auch mit nach Holland genommen wurden. Auch hiervon sind 
gute kräftige Drucke selten. 
N0. 47. Der hiesige Buchhändler De Bordeaux, ein geborner Brüsseler, 
bezeigte den hohen Vermählten seine ehrfurchtsvolle Aufmerksamkeit durch 
kleine anspielende Gedichte in holländischer und französischer Sprache, auf 
farbigem Papier von ganz kleinem Format, mit Gold und anderem Druck, und 
niedlich eingebunden. Hierzu musste Chodowiecki die beiden fürstlichen Brust- 
bilder, den Titel und die Einfassung stechen. Bouquet de Maxime etc. 
Der Hofjuwelier liess diess kleine Büchelchen in Gold sehr niedlich fassen, 
als Berloques. Sie wurden viel bei Hofe zu Geschmeide gekauft, die Platte davon 
mit nach Holland genommen, und die Abdrücke davon werden bei seltenem 
Vorkommen sehr theuer bezahlt. 
Dem Künstler ward hiebei Ehre, Beifall und Gewinn; die allmaliche Ver- 
grösserung und das Heranwachsen seiner Familie und deren Ausbildung unter 
seiner Leitung vermehrten natürlich auch seine Sorgen. Obgleich Werth- 
schätzung und Ruf ihm Beschäftigung verschafften, und der Verkauf der Ab- 
drücke von den meist für seine Rechnung gefertigten Platten ihm eine gute 
Einnahme brachte, war dieselbe jedoch bedeutend geringer, als die frühere für 
die jetzt ganz aufgehörte Emaille-llilalerei. Unter des Künstlers und seines 
Bruders Gottfried Aufsicht waren stets mehrere Künstler als Gehülfen zu  
seinem Nutzen beschäftigt, um die vielen Aufträge gehörig auszuführen. 
Chodowiecki bekam viele Aufträge auf Zeichnungen für Buchhändler und 
andre Verleger, doch aber keinen Auftrag Platten zu stechen. 
No. 49. Das Bildniss des Königs, ähnlich und gut ausgeführt, wurde in 
bedeutender Anzahl verkauft, denn es wurde zur Zimmerverzierung benutzt 
und sogar einige Copien von andern Künstlern fanden grossen Absatz. Eine da- 
von wurde zu dem Oalender von N0. 74 genommen. 
N0. 50. Ein Theil der Platte von N0. 17, worauf die N0. 50 gestochen ist, 
erhielt durch Grünspan unverbesserliche Beschädigung und musste, wie unter 
N0. 17 auf S. 37 angegeben ist, abgeschnitten werden, worauf der Künstler 
im untern Rande die uns vorliegenden Vermehrungen hinzufügte.
        

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