Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Daniel Chodowiecki's sämmtliche Kupferstiche
Person:
Engelmann, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471950
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1472492
DANIEL 
CHODOWIECKI 
ALS 
KÜNSTLER 
UNI) 
MENSCH 
VON 
GESCHILITERT 
XVICISE. 2'] 
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hs ist eine höchst erfreuliche Erscheinung, wenn der Mensch mit ernstem 
Willen sich über ungünstige Verhältnisse erhebt, und in der gewählten Lauf- 
bahn endlich das ersehnte Ziel erreicht. Ein Beispiel hiervon gibt uns Daniel 
Xi C 0 l au s C h 0 d 0 wie ck i. Er war zu Danzig den 16. October1T26 geboren, 
und wurde von seinem Vater, der den Kornhandel betrieb, in den Musestunden 
1m Zeichnen unterrichtet. Vlbnn gleich dieser Unterricht dem Sohn keine grossen 
Aufschlüsse über die Kunst gab, indem der Vater selbst nicht viel davon ver- 
Stand, so gewährte er ihm doch den Vortheil, dass die Neigung des Knaben für 
flieselbe geweckt wurde, wozu denn auch die Schwester seiner Mutter, welche 
111 Emaille malte, das Ihrige beitrug. So lange der Vater lebte, beschäftigte sich 
Daniel auf dieseWeise mit seinem Bruder Gottfried; als aber derVater 1740 starb, 
ging Gottfried nach Berlin zu seinem Onkel Ayrer, wo er die Handlung erlernte, 
und nebenbei auch das Malen fortsetzte. Doch auch Daniel fuhr fleissig fort, 
Sich unter der Aufsicht seiner Tante zu üben. Freilich Waren die Muster, nach 
Welchen er arbeitete , so beschaffen, dass er keinen grossen Nutzen aus ihnen 
Ziehen konnte ; denn welche Vortheile konnten ihm die Kupferstiche nach 
Martin de Vos, Perelle, Callot und Bloemaert gewähren? Das Zeichnen nach 
SOlchen Mustern kann nur zu einer kleinen und ängstlichen Manier führen; 
aber aus Mangel an etwas Besserem waren sie ihm cinc liebe Erscheinung, und 
hatten doch das Gute, seinePhantasie fortwährend zu beschäftigen. S0 ärmlich 
auch sein Unterricht war, so gewöhnte sich sein Auge doch an Verhältniss der 
Formen , und als er 1741 die ersten Kupfezrstiche nach YVatteau und Lancret 
erhielt, Blätter von genauerer Ausführung, in denen Licht und Schatten be- 
Stllnmtcr angegeben war, bekam er auch eine deutlichere Ansicht von Be- 
lelfßhturig und Rundung der Gestalten. Diese neuen Erscheinungen belebten 
Seinen Eifer noch mehr; bei'm Copiren suchte er, da sein Auge schon an's 
Kleine gewöhnt war, die Gegenstände noch mehr zu verkleinern , die Umrisse 
sah er mit der Feder oder dem Pinsel an, und führte sie mit Tusche aus. Auch 
1m Malen machte er in dieser Zeit Versuche. Er verfertigte Bilderchen auf Perga- 
ment, welche seine 'l'ante nebst ihren Arbeiten zum Onkel nach Berlin schickte, 
der sie verkaufte, und wodurch sich Daniel ein Taschengeld erwarb. 
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selbst benuzt. 
Professor Weise i! 
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Mittheilungen von der Familie 
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