Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Daniel Chodowiecki's sämmtliche Kupferstiche
Person:
Engelmann, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471950
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1472448
XXVIII 
Einleitung. 
"sollen Sie sie gewiss bekommen." In der C. G. Geysefschen 
Sammlung, welche am 15 Octbr. 1804 in Leipzig versteigert wurde, 
fehlten ebenfalls die Nummern 4, 16, 20, 21, 22, 23 und andere. 
Ebenso gehören hierher die ersten Nummern der Calender- 
kupfer, als N0. 51, 52, 58, 69, 74,  
188, wenn sie sich auf einem noch ilnzerschnittenen Bogen 
befinden, von denen die frühesten Nummern die seltensten sind. 
Desshalb schreibt er schon den 14 Februar 1784 an Graff: „Wenn 
„Sie Kalender Blätter doppelt haben, wenn es von den älteren 
„sind, die können mir dienen, denn sie fehlen mir mehrentheils, 
„und zuweilen kann man dadurch jemanden complettiren." 
Eine dritte Gruppe von Seltenheiten bilden die Abdrücke 
vor der S chrift auf einem unzerschnittenen Bogen, und 
diejenigen mit den ersten Einfällen, von denen mehrere äus- 
serst selten sind.  
In Betreff der darauffolgenden Abdrucksgattungen wäre es eine 
eben so vergebliche Mühe gewesen die Seltenheit eines Blattes an- 
geben zu wollen, da diese. nur eine relative genannt werden kann. 
Immer werden die ersten Abdrücke auf grösserem und stärkerem 
Papiere, und ehe solche zu den Büchern verwendet worden sind, 
die schönsten und gesuchtesten bleibenf") 
Hier dürfte eine Bemerkung über das Verhältniss des Künstlers 
zu dem Kupferstecher und Kupferdrueker Gottlieb Berger in 
Berlin, dem Vater Daniel's, am Orte sein. Dieser druckte schon 
von den ersten Nummern des Künstlers alle Platten und zog für 
sich selbst und ohne dass der Künstler darum wusste noch eine 
Anzahl Abdrücke ab, die er, wie es scheint, unter der Hand ver- 
kaufte. Im Anfang legte der Künstler wenig YVerth auf seine ersten 
Stiche. Später, als seine Blätter sehr gesucht wurden, scheint aber 
Berger einen kleinen Handel mit den Abdrücken des Künstlers 
getrieben zu haben, und zwar bis zu Anfang des Jahres 1791, wo 
der Künstler erst erfuhr, dass auf diese Weise Abdrücke zum Vor- 
schein kamen, von denen er nichts wusste, oder die er selbst, weil 
die Platte verdorben war, nicht der Veröffentlichung werth hielt. 
 Wenn in einigen Büchern sich die Angabe befindet, dass „No. 12 die 
Russischen Gefangenen" zu den grossen Seltenheiten des Künstlers gehört, 
so beruht diese nur auf gänzlicher Unkenntniss der Werke unsers Meisters. 
Diese Platte ist noch vorhanden, und kommen Abdrücke häufig vor.
        

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