Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Daniel Chodowiecki's sämmtliche Kupferstiche
Person:
Engelmann, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471950
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1472405
XXIV 
Einleitung. 
„sehr gut nachgestochen, und viele Sammler vieleicht damit be- 
„trogen, aber wenn man dann endlich den Betrug bemerkt so ver- 
„dopplen die Schmerzen, denn man muss die Kopien eben so 
„theucr bezahlen als obs die originale wären, so gings dem Herrn 
„v0n Oesfeld der hatte 10 Thlr. für N0. 22. geben und ich bewiess 
„ihm dass es eine Kopie wvar, auch von N o. 16 und 53 hab ich 
"Kopien gesehen aber Wer weiss wass noch ist Kopirt worden und 
„mir noch nicht zu gesicht gekommen ist, denn ich wundre mich 
„ofi't wenn mir dieser oder jener schreibt „nun hab ich doch auch 
„endlich Ihre Sammlung Komplet." Und in einem dritten Briefe 
vom 22 Februar 1793: „Es ist mir um Ihretwillen Lieb dass sich 
„lhre Sammlerhitze gelegt hat, Sie haben ernsthaftere Geschäffte, 
„als dass Ihnen die Zeit übrig bleiben sollte nach seltenen Ab- 
„drucken zu laufen, dazu gehört ein Mann als unser Herr von 
„Oesfeld und dergleichen der den ganzen Tag nichts zu thun hatt, 
„und dennoch hatt er sehr viele Mühe eine Zweyte Sammlung die 
„er schon lange angefangen hatt zu Stande zu bringenf) aber dass 
"man Sie um 3 Thlr. betrogen hatt das ist nicht gut, wenn ich in 
„Dressden wäre würde ich Ihnen fragen „wie haben Sie es denn 
„gemacht um zu erfahren dass N0. 2 und 3. die Sie für 3 Thlr. 
Mgekauift haben Kopien sind? haben Sie sie gegen Originale Kon- 
„frontiren können?" aber über 20 Meilen weit zu fragen das ist 
„zu weitläufftig." 
Nach diesen Aussprüchen des Künstlers kann es keinem 
Zweifel unterliegen, dass nur fremde Hände die schon bei Leb- 
zeiten des Künstlers ungemein seltenen Blätter, gewiss nicht zur 
künstlerischen Uebung, sondern zum Erwerb angefertigt haben. 
Es befinden sich nicht allein in vielen grossen Sammlungen, son- 
dern beinahe in allen Sammlungen der Liebhaber, diese für die 
ungemein seltenen Originale gehaltenen Copien und fürchte ich, 
dass um sich im Besitz derselben zu setzen, gar Mancher seinen 
Geldbeutel sehr in Anspruch genommen haben mag. 
In einigen späteren Abdrücken der Erläuterungstafel II. ist 
bei N0. 16 die Aquatinta bereits so gewichen, dass die Abdrücke 
blass erscheinen, ebenso bei N0. 22, wo einige freie Nadelarbeiten 
 Diese beiden schönen 
Rentier Schüppel in Berlin. 
Sammlungen 
sind jetzt 
im 
Besitze 
des 
Herrn
        

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