Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Daniel Chodowiecki's sämmtliche Kupferstiche
Person:
Engelmann, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471950
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1472361
XX 
Einleitung. 
I. 1) 832. I. b) 1) und 920. 3) geübt zu haben; die dritte stammt 
aus einer noch neueren Zeit. 
Wer nur ein wenig in den Geist unseres Meisters eingedrungen 
ist, wird bei einer auch nur oberflächlichen Vergleichung finden, dass 
hier von der höchst liebenswürdigen Erfindungsgabe des Künstlers 
sich nur eine sehr geringe Spur zeigt. Wenn dort alle Figuren Geist 
und Leben und eine gewisse Eleganz haben, so sind solche hier 
alle ilach einem Schnitte, sehr mittclmässig und zum Theil ge- 
schmacklos gezeichnet. Sind dort die Physiognomien selbst der 
kleinsten Gesichter treffend wiedergegeben, so finden sich hier fast 
nur Fratzen. Stehen dort eine Menge von Einfällen, wie ich bereits 
oben unter V. bemerkt habe, im innigsteir Zusammenhange mit der 
Idee der Darstellung, so haben diese nicht die entfernteste Be- 
ziehung (larauf und jeder Intention ist Hohn gesprochen; ja die 
Verfälscher haben sich nicht gescheut eine falsche Platte, einen 
grossen Hund darstellend, siebenmal, auf N0. 9, 48a, 200, 384, 
565, 835 und 914, eine andere zweimal, auf N0. 702 und 756 zu 
benutzen und einzudrucken, oder wahrhaft höhnische und spottende 
Anspielungen auf die Blindheit der Liebhaber zu machen, wie z. B. 
auf N0. 287 1), 400 3), 491 4), 511 1) und 665 3). Erstreckt sich 
die Geistesarmuth der Verfälseher, mit sehr wenigen Ausnahmen, 
nicht weiter als auf die Erfindung von Köpfen, mit und ohne drei- 
eckigen Hut (Dreimaster), oder einige incorrect gezeichneten Fi- 
guren u.  so beweisen dieselben noch sattsam ihre Ignoranz; 
denn man findet auf Blättern der 60ger und 7 Oger Jahre die 
Figuren bereits im Kostüm des letzten Jahrzehentes des vorigen 
Jahrhunderts l  
Dass Schmutzereien, wie auf No. 594, ganz ausser der Sinnes- 
weise unseres Künstlers lagen, bedarf wohl keiner besonderen Er- 
wähnung. 
Wenn man solche Verfälschungen noch weiter betrachtet, so 
wird man sogleich ersehen, dass die für die zweite (nämlich falsche) 
Platte verwendete Kupferdruckfarbe von der Druc-kschwärze der 
Original-Platte absticht, denn bei allen Abdrücken, die mir vor- 
gelegen haben, spielte die Farbe etwas itfs Bräunliche hinüber. 
Ferner findet man bei einigen Blättern in Folge von ungleichmäs- 
sigem Auflegen des Original-Abdrnckes, den falschen Einfall etwas 
verschoben, wie z. B. auf N0. 35, 1) und auf N0. 913, wo der am
        

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