Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Daniel Chodowiecki's sämmtliche Kupferstiche
Person:
Engelmann, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471950
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1472328
XVI 
Einleitung. 
sichtbar ist, wodurch das Malerische und der ganze Reiz dieser 
Blätter gänzlich verloren gegangen ist. Die letzten Abdrucks- 
gattungen, wenn solche zu Büchern verwendet worden, sind ge- 
wöhnlich matt und schwach, und befinden sich auf graues Druck- 
papier neben dem mit Buchdruckerlettern gedruckten Titel des 
Buches eingedrückt; auch hatte sich der Künstler selbst schon zu 
beklagen, dass sogar solche Platten, auch Wenn sie einzeln 
und nicht in das Buch e i n gedruckt werden waren, wie z. B. 
bei BunkeYs Leben , N0. 215  230 , und Bürgefs Gedichten 
N0. 232-239., wie in den Noten der betreffenden Nummern an- 
gegeben ist, meist schon verdorben abgedruckt worden sind. 
Die Verleger der Calenderkupfer waren daher genötbigt, um 
eine Auflage von 2-3000 Exemplaren herzustellen, bald nach 
Benutzung der Original-Platten Copien von denselben machen zu 
lassen; um aber jene möglichst zu verwerthen, wurden sie theils 
a u fg e ä t z t, theils sonst r e t o u c hir t. Ueber (lerartige Abdrucks- 
gattungen II. III. oder IV. , die ich mit aufgeätzt oder re- 
touchirt bezeichnet habe, wird selbst ein ungeübtes Auge nicht 
in Zweifel sein, denn bei dergleichen Abdrücken ist nicht allein die 
feine N adelarbeit gänzlich geschwunden und die Stellen erscheinen 
weiss , sondern sie sind auch an der Rauhheit der Linien , an der 
überfüllten Schwärze und öfter auch an Flecken zu erkennen, so- 
dass ich eine nähere Bezeichnung, wo diese Rauhheit, Schwärze etc. 
sichtbar ist, hinzuzufügen nicht für nöthig fand, um nicht solche 
werthlose Abdrücke mit vielen Worten beschreiben zu müssen. 
Die von mir gewählten Unterscheidungszeichen für die 
verschiedenen Abdrucksgattungen, werden den Leser in den Stand 
setzen sich mit Leichtigkeit über den in seinen Händen beiindlichen 
Abdruck zu unterrichten; ich verweise daher, ohne auf eine weitere 
Aufführung derselben einzugehen, auf das Buch selbst. 
Ueber die Einfällefk) (Croquis) d. h. kleine in die Platten- 
ränder radirte Figuren, Köpfe, Gruppen, komische und ernste Scenen, 
 Die Note 228. zu N0. 711. beweist zur Genüge, dass der Künstler erst 
im Jahre 1790 angefangen hat beinahe auf jede Platte Einfälle einzuradiren; die 
erste N0. beginnt mit N0. 687. im Jahre 1792. Dafür spricht auch ein Brief an 
Graff vom 4. März 1793, s. N0. 702. Note 227. dass "hie fIeinm Röpfe nnb {iigurm 
auf bem äRanbe Qhrfudye mit Der falten 91cm! ohne äcbcibelvaffer gu arbeiten" sind, und 
er auf die früher gemachten wenigen Einfälle gar keinen Werth gelegt hat.
        

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