Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Werke Lübeckischer Maler in der Gemäldesammlung des Museums zu Lübeck
Person:
Lütgendorff, Willibald Leo von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471375
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471512
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des Bildes hatte, ja ich halte es für wahrscheinlich, dass er es den 
Gönnern seines Vaters, den Vorstehern von St. Catharinen, die ihn 
selbst wohl während der Studienjahre unterstützt hatten, zum Ge- 
schenke machte, um deren fernere Gunst zu erringen. Das Gemälde, 
das einen alten Gelehrten in Lebensgrösse darstellt, der ernsthaft 
studierend, Auszüge aus einem Buche zu machen scheint, ist ganz 
dazu angethan, dem Lesezimmer der Bibliothek einer gelehrten 
Schule zum Schmuck zu dienen. Der Künstler hat sein Werk aber 
nicht nur von vorneherein für St. Catharinen bestimmt, sondern 
gewiss auch das auf dem Bilde vorkommende Stillleben nach Gegen- 
ständen, die der Bibliothek gehörten, gemalt. Bei den Folianten 
würde sich dies vielleicht noch ermitteln lassen, sicher ist es von 
den beiden Amsterdamer Globen, die 1624 angeschafft wurden und 
sich heute noch im Besitz der Bibliothek befinden? Kniller führte 
alles mit künstlerischem Geschmack und grosser Sorgfalt aus, ohne 
dabei ins Kleinliche zu verfallen. Sein Werk würde in seinem 
warmen Goldton und seiner guten Zeichnung Knillers Lehrmeister 
F. Bol selbst zur Ehre gereichen, und wenn ein Bild die Richtigkeit 
des Satzes beweisen kann, dass Gottfried Kniller der letzte Meister 
war, in dessen Arbeiten noch die Traditionen aus Rembrandts 
grossen Tagen nachklangen, so ist dies bei unserm Bilde sicher 
der Fall. 
Nicht die Äusserlichkeiten des Bildes, die Komposition, die, 
wie es damals in Holland beliebt war, zwischen Figurenbild und 
Stillleben die Mitte hält, nicht die zum Inventar der Werkstatt Rem- 
brandfs gehörige Sammtmütze des Alten, oder sein weitärmeliges 
Gewand beweisen Knillers Zugehörigkeit zu der Schule des grossen 
Amsterdamer Meisters, sondern der malerische Gedanke, aus dem 
das ganze Werk hervorgegangen ist, die abgeschlossene Bildwirkung 
l" Im a8. Catharizmexx Kercken memorial Boeclu Lit, l, F01. 42 findet sich folgen- 
der Eintrag; wDen Globus, so auf der Nyen Librerie bey S. Catrinen Kercken steit 
haben de Vorslehere S. Catrinen Kercken ans hollant Vorschreuen vnde bringen laten 
hefft mith dem Umgelde gekostet so ahn Hans Sluclmting bethalt geworden Anno 1624 
Ihm I3. WCCkCDSCClBl nach Ostern Alse Ihm boeke Littera K Folio thn erfeinden ins 
Dott     158 M. 4 S11 6 .5.  Sowohl der Erd- als der Himmelsglobus stammen 
von dem berühmten Verlagsbuchhiindler Jansson (er nannte sich auch wCMiSaIlüSe) in 
Amsterdam.
        

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