Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Werke Lübeckischer Maler in der Gemäldesammlung des Museums zu Lübeck
Person:
Lütgendorff, Willibald Leo von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471375
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471822
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nachlaufen, die nicht die seinigen sein konnten. Trotz alles Fleisses 
fand er keine Befriedigung und so ging er 1847 nach Dresden, wo 
er seine Studien mit anhaltendem Eifer unter grossen Entbehrungen 
fortsetzte. ln Dresden wurde zwar die technische Seite der Malerei 
mehr betont, aber Godtknecht merkte doch, dass er auch hier nicht 
fand, was er suchte. S0 ging er denn 1851 nach Düsseldorf und 
da war er am ehesten an seinem Platze. Hier entwickelte sich die 
deutsche Genremalerei, aus der ein Knaus und ein Vautier hervor- 
gehen sollte und Professor Carl Hübner bezeichnete Godtknecht bald 
als seinen talentvollsten Schüler. Vor der Zeit aber musste er seine 
besten Kräfte im Broderwerb zersplittern, und in der Hoffnung, in 
Russland, wie der mit ihm befreundete Bothmann eine Lebensstellung 
erlangen zu können, ging er 1860 nach Petersburg und das war 
wieder ein Missgriff. Seine Schwerhörigkeit und die Unkenntnis 
der russischen Sprache machten es ihm unmöglich, Eingang in 
die höheren Gesellschaftskreise zu finden, er musste sein Leben 
schliesslich als Photograph fristen und war froh, nach neun langen, 
fruchtlosen Jahren wieder nach Lübeck zurückkehren zu können, 
wo er wenigstens als Porträtmaler geschätzt wurde. Aus der 
ersten Zeit nach seiner Rückkehr stammt sein Bildnis des Malers 
Schmidt-Carlson, das die Gemäldesammlung aufbewahrt und dem 
allseitig eine sprechende Ähnlichkeit nachgerühmt wird. Sein eigent- 
liches Feld aber war das Genrebild und hätte er die Förderung, 
die er verdiente, rechtzeitig gefunden, so würde er seinen Platz neben 
so vielen beliebten Düsseldorfer Meistern seiner Zeit mit Ehren be- 
hauptet haben. Man muss nur seinen aGeburtstag des Grossvatersß 
in unserer Sammlung ansehen. Das Bild ist freilich nicht amoderm 
gemalt, aber es ist besser als viele durch Stich und Photographie 
weit verbreitete Genrebilder aus den 60er Jahren, die die Namen 
ihrer Maler damals berühmt gemacht haben. Er hoffte noch immer, 
das Glück endlich zu erjagen, er versuchte es auch in Stockholm 
zwei jahre lang und ging dann noch als 58jähriger Mann nach 
Wien, um den Seinigen dort endlich eine Existenz zu gründen. Die 
neuen Eindrücke wirkten belebend auf ihn ein und hatte er vorher 
gefürchtet in seiner Kunst zurückgegangen zu sein, so hoffte er 
jetzt doch von Neuem, noch durchdringen zu können. Um sich zu
        

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