Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Werke Lübeckischer Maler in der Gemäldesammlung des Museums zu Lübeck
Person:
Lütgendorff, Willibald Leo von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471375
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471739
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bewusstlos zusammengebrochenen Tankred in das Zelt tragen. Das 
nach diesem Karton ausgeführte Freskobild befindet sich über der 
Haupteingangsthür des Tassozimmers. Overbeck, den bekanntlich 
der Memling'sche Altarschrein im Dom zuerst auf den Gedanken 
brachte, Maler zu werden, folgt hier ganz der altmeisterlichen 
Weise, eine Folge von Vorgängen auf einer Bildfläche neben- 
einander darzustellen. Für uns ist der Karton um so wertvoller, 
als er uns die Weise des Meisters zeigt, der seinen Stil gefunden, 
an einem Werke, das zwar den Heiligenlegenden nahesteht, aber 
dem Gegenstande nach doch weltlich ist ein Gebiet, auf das 
er sich später nicht mehr begeben hat. 
Overbeck wollte mit seinen Arbeiten nicht nur erfreuen, er 
wollte erbauen und erheben, er wollte, dass seine Bilder wie eine 
Predigt auf den Beschauer wirken sollten, aber er wünschte dabei 
auf weite Kreise zu wirken, und als 1842 eine Prager Kunsthand- 
lung bei ihm anfragte, ob er nicht geneigt wäre, Bilder zum Neuen 
Testament für die Vervielfältigung zu entwerfen, ging er nicht nur 
mit Freuden darauf ein, sondern verzichtete sogar auf jedes Honorar 
für das Vervielfältigungsrecht. Der Prager Kunsthändler konnte das 
grosse Unternehmen freilich nicht durchführen, aber Overbeck hatte 
sich bereits an die Arbeit gemacht, und dem bayrischen Baron 
Lotzbeck ist es zu danken, dass sie glücklich zu Ende geführt 
werden konnte. Er kaufte von Overbeck die Kartons und überliess 
dem Sekretär des archäologischen Instituts in Rom Dr. A. Emil 
Braun das Recht, dieselben durch den Kupferstich vervielfältigen zu 
lassen. S0 entstanden in den Jahren 1843-4853 die berühmten 
vVierzig Evangelischen Darstellungem, die zu den am meisten ge- 
kannten und am weitesten verbreiteten Werken Overbecks gehören. 
Leider sind die sämtlichen Zeichnungen bei dem Brande des 
Schlosses Holtzendorff im Jahre 1882 mit verbrannt. Nur von 
wenigen existieren noch Wiederholungen, eine solche der 38. Dar- 
stellung: Christus erscheint Thomas und den anderen Aposteln 
erwarb Konsul Joh. Heinr. Harms im Jahre 1892 zu Dresden von 
C. Hoffmann, dem Sohne der Adoptivtochter Overbeck's, mit der 
Absicht, den Karton dem Museum seiner Vaterstadt zu vermachen 
und die Witwe des Konsuls, eine Tochter der Schwester Overbecks,
        

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