Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Werke Lübeckischer Maler in der Gemäldesammlung des Museums zu Lübeck
Person:
Lütgendorff, Willibald Leo von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471375
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1471584
o!otototgjotoäaäototoäoäoäotatotototoäoäotataäato! 
den Copernikus zu vermuten, und in der That lässt sich nicht be- 
streiten, dass einige Ähnlichkeit zwischen Bildnissen des grossen 
Astronomen und dem Kopfe auf dem Bilde des j. Zach. Kniller 
besteht. Trotzdem halte ich es für vollkommen ausgeschlossen, 
dass die Maler bestimmte Personen darstellen wollten. Gottfried 
hat sein Modell vielleicht in einem alten Rabbiner und joh. Zacharias 
das seinige wohl in der eigenen Familie gesucht und gefunden, 
wenigstens hat der junge Gelehrte mit einem Selbstbildnisse Gott- 
frieds eine gewisse Familienähnlichkeit und auch dem Alter nach 
könnte einer der Söhne des alten Werkmeisters von St. Katharinen, 
die alle zwischen 1642-1649 geboren sind, als Modell gedient 
haben. Fragt man, was die Maler darstellen wollten, so giebt ja 
der Vermerk im Kassabuch vom Jahre 1760 bezüglich des Bildes 
von Gottfried Kniller eine durchaus annehmbare Antwort, da er den 
Alten einfach als einen Philosophen bezeichnet. Vielleicht hat nun 
joh. Zacharias in seinem Gegenstück einen Rechtsgelehrten dar- 
stellen wollen. Die Tracht würde eine solche Annahme wahrscheinlich 
machen und der mit einer gewissen Absichtlichkeit über die Stuhl- 
lehne gehängte Degen sie noch unterstützen, da ja die Doktoren 
des Rechts als smilites legumx mindestens seit Kaiser Sigismunds 
Erklärung zu Constanz i. j. 1418 gewissermassen als Adelige galten 
und das Tragen des Degens als ein Vorrecht betrachteten. Die 
Bilder eines wPhilosophem und eines ßRechtsgelehrtem sind 
ganz geeignet, eine Bibliothek zu schmücken. Wenn der Philosoph 
sich in unermüdliches Forschen und Grübeln verliert, so hält sich 
der Rechtsgelehrte an den Wortlaut des vor ihm aufgeschlagenen 
Gesetzes, auf das er mit seiner sonst unverständlichen Handbe- 
wegung zu verweisen scheint. 
Gottfried Kniller blieb seiner Vaterstadt und seinem deutschen 
Vaterlande nicht lange erhalten. Er malte hier noch ein lebens- 
grosses Bild des (1693 verstorbenen) Ratsherren Heinrich Kerkring 
in ganzer Figur, das jetzt dessen Epitaph in der Marienkirche ziert 
und zweifellos als das beste Bildnis in der an guten Bildnissen so 
reichen Marienkirche gelten muss. Ausserdem befindet sich nur 
noch ein Werk seiner Hand in Lübeck, nämlich das Bildnis seines 
Vaters auf dem Epitaph in der Katharinenkirche, das wie ein Edel-
        

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