Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Friedrich Preller
Person:
Roquette, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1467404
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1468569
Sruuuax; 
[AHRE 
Rom 
dernde Einfluss, den (las Studium der Antike auf mich 
ausübte, besonders deutlich bewusst. Ueberhaupt aber ward 
ich von jeher von der Skulptur mächtig angezogen, so 
dass mich oft die Neigung umgewandelt hat, selbst Bild- 
hauer zu werdenct. 
Diese Vorliebe für die Plastik, die erworbene Kennt- 
niss der menschlichen Gestalt, und die frühe Übung in 
ihrer Darstellung erkennt man in allen seinen figürlichen 
Gruppen. NVas man sonst in der Landschaft die Stallage 
nennt, wurde bei ihm so bedeutend, dass es als der Mittel- 
punkt, die eigentliche Action betrachtet werden will, die 
sich zu der landschaftlichen Umgebung in eine Wechsel- 
Wirkung gesetzt hat. 
Erst nachdem er tiber die Skulpturen einige Klarheit 
erlangt hatte, wandte er sich zur Betrachtung der Meister- 
werke der Malerei: wich fing mit Rafael an und ging zu 
Michelangelo über, dessen ernste geheimnissvolle Grösse 
mich nicht wieder losliess. Die Capella Sistina diiuchte 
mir die höchste Leistung der Malerei, die die Welt besitzt. 
ln den Galerieen beschäftigte ich mich vorzugsweise mit 
Claude Lorrain und den beiden Poussins. Vor Allein aber 
bewunderte ich Titians herrliche Landschaft in der Galerie 
Camuccini, deren Staliage, ein Göttermahl, von Giovanni 
BClllHO herrührt. Dieses Bild (das nach dem Tode des 
damaligen Besitzers nach England gekontmen), nach meiner 
Auffassung die Krone aller Landschaften, blieb der Gegen- 
stand meiner Studien, so lange ich in Rom warte 
An der Geselligkeit nahm Preller in diesem Winter 
lebhafter Theil. Regelmässig, erst in später Abendstunde, 
fanden sich gleichgesinnte Kunstgenossen in der soge- 
nannten Chiavica an der Piazza Barberini zusammen.
        

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